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Vernissage von "Liechtenstein in Bern in Liechtenstein." im Kunstraum Engländerbau: Die Künstlerinnen und Künstler zusammen mit Kulturministerin Aurelia Frick und Botschafterin Doris Frick. (Foto: Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|05.06.2019 (Aktualisiert am 05.06.19 10:17)

100 Jahre Viel­falt der kul­tu­rellen FL-CH-Nischen und Brücken

VADUZ - Dass Liechtenstein und die Schweiz in Bildung und Wirtschaft seit dem gemeinsamen Zoll- und Währungsvertrag eng kooperieren, ist jedem bewusst. Dass es auch rege kulturelle Kontakte gibt, zeigt die aktuelle Ausstellung «Liechtenstein in Bern in Liechtenstein» im Kunstraum Engländerbau.

Vernissage von "Liechtenstein in Bern in Liechtenstein." im Kunstraum Engländerbau: Die Künstlerinnen und Künstler zusammen mit Kulturministerin Aurelia Frick und Botschafterin Doris Frick. (Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Dass Liechtenstein und die Schweiz in Bildung und Wirtschaft seit dem gemeinsamen Zoll- und Währungsvertrag eng kooperieren, ist jedem bewusst. Dass es auch rege kulturelle Kontakte gibt, zeigt die aktuelle Ausstellung «Liechtenstein in Bern in Liechtenstein» im Kunstraum Engländerbau.

Es ist ein Jahr der Jubiläen: 300 Jahre «Reichsfürstentum Liechtenstein» trifft 2019 auf 100 Jahre diplomatische Beziehungen mit der Schweiz. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs zerbrach die vormalige Wirtschaftskooperation Liechtensteins mit Österreich–Ungarn, die seit 1852 zollvertraglich bestanden hatte. Auf der einen Seite stand Österreich, das mit seiner Niederlage nach vier Jahren erbarmungsloser Kriegsführung sein Herrscherhaus, seine Monarchie und den grössten Teil seines seinerzeitigen mitteleuropäischen Binnenreichs verlor und das zudem als Kriegsverlierer in den Versailler Verträgen zusammen mit Deutschland mit hohen Reparationszahlungen belastet wurde. Auf der anderen Seite stand die neutrale Schweiz, die sich am Krieg nicht beteiligt und die stürmischen Jahre stabil überstanden hatte. In der Mitte lag der kleine souveräne Staat Liechtenstein: überwiegend agrarisch geprägt, bevölkerungsarm und wirtschaftlich arm, ebenfalls neutral, da es seit 1866 nicht einmal mehr über eine eigene Armee verfügte – und das dennoch kollateral über die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Österreich an den Kriegsfolgen mitleiden musste.
Kein Wunder wandte sich Liechtenstein seinerzeit an den anderen Nachbarn Schweiz, um ab 1919 Verhandlungen über einen neuen bilateralen Zollvertrag aufzunehmen. Dazu wurde in der Schweizer Hauptstadt Bern eine eigene diplomatische Vertretung für Liechtenstein gegründet, über welche die neuen vertieften Beziehungen der beiden Nachbarstaaten sukzessive aufgebaut wurden, bis 1923 ein Zoll- und Währungsvertrag zustande kam, der mit Beginn des Jahres 1924 in Kraft trat. Obwohl sich Liechtenstein, das anfänglich im weiteren Ausland noch von der Schweiz vertreten wurde, in den darauf folgenden Jahrzehnten durch den Beitritt zur UNO, zum Europarat und schliesslich zum EWR international immer selbstständiger in Erscheinung trat, blieb die enge Verbundenheit zur Schweiz via Zoll- und Währungsvertrag bestehen.

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(jm)

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