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Das erste Abo-Kammermusikkonzert «Erlebe Sol» lockte zahlreiche Gäste nach Vaduz. (Foto: ZVG)
Kultur
Liechtenstein|27.05.2019

Brillante Variationen im perfekten Einklang

VADUZ - Das erste Abo-Kammermusikkonzert «Erlebe Sol» lockte am Sonntag viele Gäste aus nah und fern, nach Vaduz. Im Rathaussaal herrschte eine erhebende Atmosphäre.

Das erste Abo-Kammermusikkonzert «Erlebe Sol» lockte zahlreiche Gäste nach Vaduz. (Foto: ZVG)

VADUZ - Das erste Abo-Kammermusikkonzert «Erlebe Sol» lockte am Sonntag viele Gäste aus nah und fern, nach Vaduz. Im Rathaussaal herrschte eine erhebende Atmosphäre.

Es war, als würden sie den nahenden, langersehnten Sommer einläuten. Das musische Trio aus dem Fürstentum Liechtenstein eroberte mit schwungvoller Leichtigkeit, gepaart mit einem tiefgründigen Duktus das zahlreich erschienene Publikum. Niemand im Rathaussaal blieb davon unberührt, wie am Ende Bravorufe bezeugten.

Reife Höchstleistung

Mit Isa-Sophie Zünd am Klavier, Moritz Huemer am Violoncello und Violinistin Ariana Puhar, bewiesen die drei jungen Talente das reichhaltige und lebendige Musikleben im Fürstentum. Dies zur Freude von Ernst Walch, Stiftungsratspräsident, der die Gästeschar eingangs im Vaduzer Rathaussaal herzlich willkommen hiess: «Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir ein so hochwertiges Programm anbieten können.» In diesem Zusammenhang erinnerte Ernst Walch an das bevorstehende Vaduz Classic, mit dem Hinweis, dass es noch freie Eintrittskarten gibt, «und inzwischen mehr als 50 Prozent verkauft worden sind.» Die drei Nachwuchsmusiker haben es sich an diesem Sonntagmorgen wahrlich nicht leicht gemacht: Die Wahl alter, anspruchvoller Werke, teilweise geprägt von persönlichen Schicksalsschlägen der jeweiligen Komponisten und der damaligen politischen Lage, zeugen von einer reifen Höchstleistung und eisernen Disziplin. Angefangen mit Kompositionen von Adrien-François Servais und Joseph Ghys, über Robert Schumann bis hin zu Dmitri Schostakowitsch, überzeugte das begnadete Trio mit brillanten Interpretationen in perfekter Harmonie, bis zum letzten Klang. Allein die Biografien dieser drei jungen Talente geben ihr Können bereits in jungen Jahren preis: Geigerin Ariana Puhar beispielsweise, erhielt ihren ersten Violinunterricht im Alter von fünf Jahren an der Liechtensteinischen Musikschule in Vaduz. Solistisch bestritt Ariana Puhar ihr erstes Konzert im zarten Alter von acht Jahren mit dem Kammerorchester «tonart sinfonietta» aus Hohenems im Vaduzersaal. Mit 13 Jahren gab sie ihre ersten Rezitals im ORF-Studio sowie bei den Podium- Konzerten in Vaduz.

Jung und vielversprechend

Isa-Sophie Zünd indes, bestach am Konzert mit einem dunkelblauen Kleid, das ihren edlen Charakter als Pianistin unterstrich. Als Trio- Älteste und dennoch mit ihren erst 19 Jahren, war sie als Pianistin tonangebend und zugleich ausgleichender Ruhepol in diesem dynamischen Trio. Im Alter von 14 Jahren trat Isa-Sophie-Zünd erstmals solistisch mit Orchester auf und ein Jahr später gestaltete sie ihr erstes Rezital. Sie ist zudem Preisträgerin des «Solistenwettbewerbs 2019» des Vorarlberger Landeskonservatoriums und war mehrfach live im Radio zu hören. Cellist Moritz Huemer erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von fünf Jahren. Zwischen 2008 und 2017 erspielte er sich sowohl beim österreichischen Wettbewerb «Prima la Musica» als auch beim «Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb» mehrfach erste Preise auf Bundesebene. Im Frühjahr 2009 wurde ihm durch Ihre Königliche Hoheit Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein der «Podium-Preis» verliehen, «für die erstaunlich virtuose Beherrschung seines Instrumentes und die Erkundung von dessen klanglichen Möglichkeiten.» Ausgehend von diesen ansehnlichen Leistungen bleibt nur zu hoffen, dass diese drei jungen, vielversprechenden Talente in Zukunft neue Kompositionen und damit auch Liechtensteinische Musikgeschichte schreiben werden. Wer weiss, dies würde vielleicht sogar eine neue Ära in der klassischen Musik einläuten.

Weitere Infos unter: www.sinfonieorchester.li

(ac/red)

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