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(Foto: Michael Zanghellini)
Kultur
Liechtenstein|08.04.2019

24. Bärger Frühlings-Classics

TRIESENBERG - Virtuos Die Classics nennen sich «Triesenberger Frühling». Sie sind vor bald einem Vierteljahrhundert – vor der neudeutschen Welle! – ins Leben gerufen worden und haben sich zu einem kleinen Festival der Kammermusik entwickelt. Im Konzert am Samstagabend musizierte Hieronymus Schädler zusammen mit dem Offenburger Streichtrio.

(Foto: Michael Zanghellini)

TRIESENBERG - Virtuos Die Classics nennen sich «Triesenberger Frühling». Sie sind vor bald einem Vierteljahrhundert – vor der neudeutschen Welle! – ins Leben gerufen worden und haben sich zu einem kleinen Festival der Kammermusik entwickelt. Im Konzert am Samstagabend musizierte Hieronymus Schädler zusammen mit dem Offenburger Streichtrio.

zerten standen Werke aus der Zeit der Mannheimer Schule im Zentrum. Zur Zeit des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, der selber Flöte, Cello und Klarinette spielte, war Mannheim ein musikalisches Epizentrum. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts bildeten die Kurfürsten dort einen Komponisten- und Solistenkreis mit einem Orchester, der europäische Berühmtheit erlangte. Zahlreiche Orchestermusiker - sie waren in der Regel «Multiinstrumentalisten» – spielten miteinander auch in kleineren Formationen, komponierten und dirigierten ihre eigenen Kompositionen. So entstand eine Vielzahl an Kammermusikwerken, die bei besonderen Anlässen aufgeführt wurden. Zu den Komponisten gehörten nebst anderen die im Triesenberger Programm vertretenen Carlo Giuseppe Toeschi (1724-1788), Peter Ritter (1763-1846), Franz Danzi (1763-1826), von denen Hieronymus Schädler zusammen mit dem renommierten Offenburger Streichtrio (Frank Schilli, Violine; Rolf Schilli, Viola; Martin Merker, Violoncello) wohlklingende Quartette zur Aufführung brachte: So das «Quartett G-Dur op.1 Nr.1», das «Quartett Nr. 1, C-Dur» sowie das «Quartett d-moll, op.56 Nr.2».

Besonderer Hörgenuss

Auch Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) weilte während zweier Jahre an der Mannheimer Schule. Von ihm spielten die Instrumentalisten das «Quartett G-dur KV285a», ein im Vergleich zu den in der barocken Tradition gehaltenen Stücken spürbar gewitzteres Musikwerk. Ob diese Komposition von der in Mannheim lebenden jungen Sängerin Aloisia Weber beeinflusst war, für die der 21jährige Salzburger Feuer gefangen hatte, liess Hieronymus Schädler bei seinen Hinweisen offen. Einen kreativen Kontrast zur Musik aus der Barockzeit bildeten die Kompositionen der beiden ungarischen Zeitgenossen, Geza Frid (1904-1989) und Sàndor Veress (1907-1992). In deren Stücken, gespielt wurden von Frid das «Trio à cordes op.1» und von Veress die «Sonatine für Violine & Violoncello», bestimmten nebst modernen Harmonien und Klangbögen immer wieder Czardas-Rhythmen den Takt. Insgesamt bot der Kammermusikabend als virtuoses Spiel bestens aufeinander abgestimmter Instrumentalisten einen besonderen Hörgenuss, den das Publikum mit herzlichem Applaus verdankte. Als Zugabe erklang, gewissermassen als Trailer zur bevorstehenden sonntäglichen Matinée, das Scherzando aus dem «Quartett D-Dur, op.4 nr. 4» von Ernesto Eichner, eines weiteren Mannheimers.

(hs/(hf))

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