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Kostüme und Bühnenbild versetzten das Publikum zurück ins 18. Jahrhundert. (Fotos: Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|28.01.2019

Ein «Schulterkuss» mit amourösen musikalischen Folgen

VADUZ Eine eindrucksvolle und glanzvolle Premiere feierte Carl Millöckers Operette «Der Bettelstudent» in der Inszenierung der Operettenbühne Vaduz im Vaduzer Saal.

Kostüme und Bühnenbild versetzten das Publikum zurück ins 18. Jahrhundert. (Fotos: Paul Trummer)

VADUZ Eine eindrucksvolle und glanzvolle Premiere feierte Carl Millöckers Operette «Der Bettelstudent» in der Inszenierung der Operettenbühne Vaduz im Vaduzer Saal.

Wien, das altösterreichische musikalische Herz von einst, schlug in der Zeit der «Goldenen Operette» von ca. 1860 bis 1900 besonders vital – klangvolle Namen wie Johann Strauss Sohn, Franz von Suppé, Carl Millöcker, Richard Heuberger und Carl Zeller erfreuen mit Meisterwerken der leichten Muse «Operette» noch beute Millionen Menschen. Nun, die renommierte, traditionsreiche Operettenbühne Vaduz präsentiert 2019 für die Operettenfreunde der weiten Region das Meisterwerk «Der Bettelstudent» des Wiener Komponisten Carl Millöcker (1842–1899), es ist auch das Todesjahr von Johann Strauss. «Der Bettelstudent» (Uraufführung 1882 in Wien) ist gewiss das populärste Opus Millöckers geblieben, die Operetten «Gasparone» oder «Der arme Jonathan» bieten aber auch viele bezaubernde Melodien. Im «Bettelstudent» dominiert ein markantes Lied die ganze Operette: «Ach, ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst». Der Küsser ist der Maulheld Oberst Ollendorf, die Geküsste das Töchterlein Laura einer verarmten Gräfin. Laura quittiert die Tat des Frechlings mit einem Schlag ihres Fächers in sein Gesicht (Me too historisch!). Der Oberst, als Gouverneur von Krakau ein politischer Filou, sinnt auf Rache. Und wie er sich rächen will und schliesslich doch ein Verlierer ist, erzählt das reichlich turbulente Libretto nach Sardou. Da purzeln bewährte, altbekannte Operetten-Zutaten aus dem Millöcker-Füllhorn: eine verarmte Gräfin mit zwei heiratswilligen Töchtern, zwei junge Polen (ein «Bettelstudent» mit Freund als verkleidete Adlige), der rachsüchtige Oberst, dazu Gefängnis, Intrigen, Bestechung, Rebellion und ein nationaler Anstrich, denn die Handlung spielt 1704 im realen Krakau, als August der Starke Kurfürst von Sachsen und zugleich König von Polen war. Selbstredend happyendet die Story bei zwei jungen Paaren durch Gott Amor.

Genuss für Aug’ und Ohr

Die Bühne, vom Gefängnis bis zum noblen Saal mit stimmigem Lichtdesign (Leopold Huber, Armin Dietrich, Rainer Ospelt) war ein opulenter Schauplatz für die zahlreichen Damen (Chor etc. ) in rauschendem Weiss und die Herren in meist schmucken schwarzen Uniformen (Evelyne Fricker). Regisseurin Astrid Keller aus Kreuzlingen, erstmals eine Frau in dieser Funktion in Vaduz, achtete penibel auf eine Aufführung im historischen Rahmen des 18. Jahrhunderts, ganz ohne modernen Schnickschnack – bravo! Und im Orchestergraben immer wieder das ungemein flexible Sinfonieorchester Liechtenstein mit Maestro William Maxfield am Pult als Kenner und Liebhaber auch der Wiener Musik. Die Balance zur Bühne und den ­Stimmen (homogener klangschöner Chor und Solisten) war perfekt. Die Damen (Gräfin mit Töchtern Laura und Bronislawa – Barbara Jagg-Pietr­zak, Anna Gschwend und Nadja Nigg) verwöhnten mit Wohllaut, Bettelstudent Symon (Michael Mogl) und Freund Jan (Mindaugas Jankauskas) jubelten tenoral die Hits der Operette. Paul Erkamp verlieh dem böse bellenden Kerkermeister Enterich Kontur neben weiteren Akteuren. Man schwang auch bisweilen das Tanzbein (Sonny Walterspiel). Am Anfang des Berichts stand der küssende Oberst Ollendorf. Jetzt soll der zum profilierten Singschauspieler gereifte Bariton Christian Büchel aus Feldkirch/Buchs den Schlusspunkt setzen nach dieser Premiere, die vor allem seinen Stempel trug. Klar in der Diktion, mit ausdrucksvoller Stimmführung und als boshaft-komischer Macho Ollendorf ein kraftvoller Bühnentyp mit noch grosser Zukunft. Standing Ovations vom ausverkauften Vaduzer Saal für die glanzvolle Premiere.

Weitere Termine:

  • So., 27. Jan­u­ar 2019 / 14.30 Uhr
  • Sa., 02. Feb­ru­ar 2019 / 19.30 Uhr
  • So., 03. Feb­ru­ar 2019 / 14.30 Uhr
  • Sa., 09. Feb­ru­ar 2019 / 19.30 Uhr
  • So., 10. Feb­ru­ar 2019 / 14.30 Uhr
  • Fr., 15. Feb­ru­ar 2019 / 19.30 Uhr
  • Sa., 16. Feb­ru­ar 2019 / 19.30 Uhr
  • So., 17. Feb­ru­ar 2019 / 14.30 Uhr / Dernière

Alle Infos zum Programm und Vorverkauf online auf der Website der Operettenbühne Vaduz.

Hier geht's zum Volksblatt-Fotoalbum der Premiere.

(es)

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