Volksblatt Werbung
Die «theatrale Rauminstallation Demokratische Momente» mit Ingo Ospelt und Eveline Ratering an der Uni Liechtenstein überzeugte. (Foto: Michael Zanghellini)
Kultur
Liechtenstein|21.01.2019 (Aktualisiert am 22.01.19 15:25)

Ingo Ospelt, Eveline Ratering und das Kreuz mit der Demokratur

Vaduz - Einmal mehr erweist sich Schauspieler-Regisseur Ingo Ospelt (im kongenialen Duett mit Schauspiel-Regisseur-Kollegin Eveline Ratering) im jüngsten (studentischen) Beitrag zu «300 Jahre Liechtenstein» als noch-zu-krönender Till Ulenspiegel des Landes.

Die «theatrale Rauminstallation Demokratische Momente» mit Ingo Ospelt und Eveline Ratering an der Uni Liechtenstein überzeugte. (Foto: Michael Zanghellini)

Vaduz - Einmal mehr erweist sich Schauspieler-Regisseur Ingo Ospelt (im kongenialen Duett mit Schauspiel-Regisseur-Kollegin Eveline Ratering) im jüngsten (studentischen) Beitrag zu «300 Jahre Liechtenstein» als noch-zu-krönender Till Ulenspiegel des Landes.

Wenn einem Theaterbesucher das Lachen ob der bitteren Lächerlichkeit einer bitter gezeigten Realität im Halse steckenbleibt, wenn man vor lauter Schock über die Echtheit der Verhältnisse und die selbst verschuldete und seit 300 Jahren selbst genährte Untertanen-Borniertheit von zahllosen verängstigten Mitbürgern kaum mal mehr zum Lächeln kommt, wenn vor dem inneren Auge brennende Hexen-Verbrennungsscheiterhaufen der 1600er-Jahre aufsteigen, wenn 1699 nur den Beginn einer Machtübernahme markiert, die über 1712 nach 1719 führte, wenn sich der Begriff «Fürstentum Liechtenstein» auf der offenen Raumbühne des Uni-Auditoriums in der wachsenden Wuchtigkeit von O-Ton-Collagen von Betroffenen der demokratischen Graswurzelbewegungen der vergangenen fünf Jahrzehnte immer stärker schwellend zur bitter-bösen Kenntlichkeit entstellt, wenn sich blau-rote und gelb-rote Konfetti-Fragmente von einst original gesprochenen Sätzen aus dem Buch «Liechtenstein erzählen. Demokratische Momente» in elf theatralisch montierten Spiel-Passagen zu einer Cautio Criminalis 2.0 verdichten, wenn diese elf Textmontagen aus dem Buch «Liechtenstein erzählen» von Eveline Ratering, Ingo Ospelt und Studierenden der Architektur nicht nur in demokratischer Teamarbeit ausgewählt und bühnenreif dramatisiert wurden, sondern auch die entlang der Wände verteilten Entwurfsbühnenbilder passend zum Werk von den Studierenden erstellt wurden, wenn das Publikum auf Drehstühlen in der Mitte des Raumes Nachbar an Nachbar sitzt und sich beständig im Kreis zu den jeweils bespielten Raum-Rand-Bühnen-Fragmenten hindrehen muss, wenn man im Publikum dabei ständig wechselnden Pro-tempore-Nachbarn in Rücken und Gesicht schauen muss und beim Drehen auch Seitwärts(schiel) – blicke auf wechselnde Nachbarn riskieren muss, bevor sich das Auge wieder dem Bühnengeschehen in der Ferne widmen kann, wenn all dies (in aller Kürze formuliert) der Fall ist, dann befindet man sich in der Premiere von «Demokratische Momente – eine theatralische Rauminstallation». Ort: Auditorium der Universität Liechtenstein. Zeit: Samstag, 19. Januar 2019, abends nach 8.


Die «theatrale Raum­in­stal­lation Demokratische Momente» mit Ingo Ospelt und Eveline Ratering spielten in der Bühnenbilder von Architektur-Studenten der Uni Liechten­stein über­ze...

Die Scheiterhaufen …

Plus - Artikel

Sie erwarten 4 Absätze und 747 Worte in diesem Plus-Artikel.
(jm)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Kultur
Liechtenstein|vor 2 Stunden (Aktualisiert vor 2 Stunden)
«Das Ori­ginal» kommt als Gast­spiel ins TAK
Volksblatt Werbung