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Die Tangente lud am Freitag zum «Conference Call»-Konzertmit Gebhard Ullmann, ­Michael Stevens, Joe Fonda und Dieter Ulrich. (Foto: ZVG)
Kultur
Liechtenstein|12.11.2018 (Aktualisiert am 12.11.18 10:44)

Con­tem­po­rary Jazz in der Tan­gente in Eschen

ESCHEN - Im Rahmen der Jazztage Liechtenstein trat vergangenen Freitag die Jazzformation Conference Call in der Tangente auf. 

Die Tangente lud am Freitag zum «Conference Call»-Konzertmit Gebhard Ullmann, ­Michael Stevens, Joe Fonda und Dieter Ulrich. (Foto: ZVG)

ESCHEN - Im Rahmen der Jazztage Liechtenstein trat vergangenen Freitag die Jazzformation Conference Call in der Tangente auf. 

Für das zweite Konzert der Liechtensteinischen Jazztage Eschen konnte einmal mehr die internationale Jazzformation «Conference Call» um Gebhard Ullmann, Michael Stevens, Joe Fonda und Dieter Ulrich gewonnen werden.

«Bitte nach vorn»
Sichtlich erstaunt über die gänzlich leeren ersten drei Reihen in der Tangente (die Gäste hatten es sich ganz hinten gemütlich gemacht), scherzte Bandleader und Saxophonist Gebhard Ullmann: «Sie dürfen ruhig nach vorne rücken, wir beissen nicht.» Prompt setzten sich auch einige Gäste um und Ullmann fügte hinzu «schlimmer noch: Wir spielen!» Die Künstler seien schon oft und in unterschiedlichen Besetzungen zu Gast gewesen, so Karl Gassner. In dieser Runde sei es eine ganz besonders «lustige Geschichte mit viel Spielwitz». Auch Joe Fonda (Bass) betont, wie gerne er immer wieder nach Liechtenstein komme und bedankt sich bei Karl Gassner, dass sie sich in der Tangente stets wie zu Hause fühlen dürfen: «The memories are just wonderful!»

Klangmöglichkeiten ausgelotet
Mit einer Komposition von Ullmann aus ihren Anfängen, die sie immer wieder gerne spielen, eröffneten sie das Konzert. Aufeinander abstimmend wurde es allmählich gross, spritzig unkonventionell. Ein wildes Getümmel an Klängen, in dem sich ein turbulentes Saxophon austobte. Smooth und in Watte gepackt, jedoch nicht ohne Kern setzte das zweite Stück ein. Das Saxophon sang wehmütig, doch dies liess bald nach, denn schon befanden sie sich wieder in einem grossen modernen Jazztumult. Ullmann packte über den Abend hinweg endlose Klangmöglichkeiten aus: Da spielte das heisere Saxophon eine verschmitzte Melodie, mal schrie es sich die Seele aus dem Leib, mal hüpfte es fröhlich vor sich hin.

«My turn!»
Dann bestand aber auch Joe Fonda auf sein Solo. «My turn!», hiess es dann und er legte eine warme, souveräne Improvisation hin; und sein Gesichtsausdruck sprach Bände. Selbst absolut hingerissen und voll in seinem Element scattete er mit seinem Instrument vor sich hin. Da entfuhr ihm schon mal ein «Yes, ha!» Überraschende Momente von coolen Jazzmelodien bis hin zu schöner – von der Klassik inspirierten – Klaviermusik hielt auch Michael Stevens bereit und auch Dieter Ulrich entlockte dem Publikum mit seinen Rhythmen den ein oder anderen Bravoruf. Besonders schön zu sehen war das wertschätzende Lächeln, das die Musiker einander auch nach 20 Jahren noch schenken. Oder vielleicht gerade wegen der 20 Jahre? Dass sie ein eingespieltes Team sind, hört man jedenfalls.

(md)

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