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Liechtenstein|11.11.2021

Wer sind eigentlich meine Erben und zu welchem Anteil, wenn ich kein Testament errichte?

Viele unter uns haben sich vermutlich schon einmal gefragt, wer denn der Erbe im Todesfall ist, sofern man keine rechtsgültige Verfügung über das Vermögen getroffen hat. Zudem ist auch oft von Interesse, ob die gesetzlich vorgesehene Regelung der Erbfolge ausreicht, sodass es kein Testament benötigt. Gerne klären wir nachfolgend kurz darüber auf, wem das Vermögen nach dem Tod gemäss der gesetzlichen Erbfolge zukommt.

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Viele unter uns haben sich vermutlich schon einmal gefragt, wer denn der Erbe im Todesfall ist, sofern man keine rechtsgültige Verfügung über das Vermögen getroffen hat. Zudem ist auch oft von Interesse, ob die gesetzlich vorgesehene Regelung der Erbfolge ausreicht, sodass es kein Testament benötigt. Gerne klären wir nachfolgend kurz darüber auf, wem das Vermögen nach dem Tod gemäss der gesetzlichen Erbfolge zukommt.

Eingangs gilt es zunächst zu erläutern, was denn überhaupt die sogenannte gesetzliche Erbfolge ist und wann diese zur Anwendung gelangt: Bei der gesetzlichen Erbfolge handelt es sich um eine gesetzlich vorgesehene „Reihenfolge“, welche grundsätzlich bestimmt, wer Erbe des Verstorbenen ist. Dies für den Fall, dass der Verstorbene unter anderem keine Regelung getroffen hat, was im Todesfall mit seinem Vermögen geschieht (bspw. mittels Testaments).

Gesetzliche Erben sind der Ehegatte oder eingetragene Partner und diejenigen Personen, welche mit dem Verstorbenen in nächster Linie verwandt sind. Hinsichtlich der Verwandten richtet sich die Reihenfolge nach dem Grad der Verwandtschaft. Hinterlässt der Verstorbene zum Beispiel nur Kinder, fällt ihnen die ganze Verlassenschaft (das sind sämtliche vermögenswerte Rechte und Pflichten des Verstorbenen) zu, wobei mehrere Kinder zu gleichen Teilen erben. Zwei Kinder würden daher je die Hälfte der Verlassenschaft erben. Hat der Verstorbene keine Kinder, ginge die Erbschaft an die Eltern des Verstorbenen, dies je zur Hälfte. Natürlich können sich in diesem Zusammenhang viele weitere Konstellationen ergeben, welche im Einzelfall konkret zu betrachten sind.

Hinterlässt der Verstorbene zudem einen Ehegatten oder eingetragenen Partner, ist zu bedenken, dass auch jenem ein gesetzliches Erbrecht zusteht und dadurch die Verteilung der Verlassenschaft anders zu beurteilen ist. Das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten oder eingetragenen Partners richtet sich danach, wer die sonstigen gesetzlichen Erben des Verstorbenen sind. Sofern die Kinder des Verstorbenen seine gesetzlichen Erben sind, erbt der Ehegatte bspw. neben diesen die Hälfte der Verlassenschaft. Die andere Hälfte würde den Kindern (wiederum je zu gleichen Teilen) zukommen.

Im Übrigen sei am Rande erwähnt, dass nicht jeder, der denkt Erbe zu sein, die Erbschaft einfach in Besitz nehmen darf. Vielmehr ist in einem Verlassenschaftsverfahren festzustellen, wer tatsächlich Erbe ist. Steht sodann fest, wer als Erbe gilt, wird ihm die Verlassenschaft vom Gericht eingeantwortet, wodurch er Eigentümer der Verlassenschaftssachen, Gläubiger der Forderungen des Verstorbenen sowie Schuldner seiner Verbindlichkeiten wird.

Aus erbrechtlicher Sicht betreffend die gesetzliche Erbfolge spielt daher eine Rolle, welche Verwandte welchen Grades der Verstorbene zurücklässt und ob dieser verheiratet oder verpartnert war. Ist jene gesetzliche Folge nicht gewünscht, sollte dies zu Lebzeiten gut überlegt und die entsprechenden rechtlichen Vorkehrungen getroffen werden. Hier wird angeraten, rechtlichen Rat beizuziehen.

WEITERE INFORMATIONEN

Rechtsanwältin Mag. iur. Fabienne Seppi

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