(Symbolfoto: Shutterstock)
Mein Recht
Liechtenstein|14.10.2021

Benötige ich für die Ausübung meines Gewerbes in Liechtenstein eine Gewerbebewilligung?

VADUZ - Viele Menschen träumen davon ihr eigener Chef zu sein und selbstbestimmt zu arbeiten. Zwar mögen Selbständige einige Vorteile geniessen, doch sind vorab einige Herausforderungen zu bewältigen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Es stellen sich insbesondere auch rechtliche Fragen: Ob, wo, wie und wann ein Gewerbe angemeldet oder eine Gewerbebewilligung eingeholt werden muss. Nachfolgend soll ein kurzer Überblick zu diesem Thema auf dem Weg in die Selbständigkeit gegeben werden.

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VADUZ - Viele Menschen träumen davon ihr eigener Chef zu sein und selbstbestimmt zu arbeiten. Zwar mögen Selbständige einige Vorteile geniessen, doch sind vorab einige Herausforderungen zu bewältigen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Es stellen sich insbesondere auch rechtliche Fragen: Ob, wo, wie und wann ein Gewerbe angemeldet oder eine Gewerbebewilligung eingeholt werden muss. Nachfolgend soll ein kurzer Überblick zu diesem Thema auf dem Weg in die Selbständigkeit gegeben werden.

Zunächst sollte geklärt werden, für welche Tätigkeiten überhaupt ein Gewerbe angemeldet oder eine Gewerbebewilligung eingeholt werden muss. Grundsätzlich ist dies bei gewerbsmässig im Inland ausgeübter Tätigkeit der Fall, welche zudem nicht gesetzlich verboten sein darf.

Prinzipiell ist bei der Ausübung einer solchen Tätigkeit mit Niederlassung in Liechtenstein zwischen sogenannten einfachen und qualifizierten Gewerben zu unterscheiden. Einfache Gewerbe sind lediglich anzumelden, für qualifizierte Gewerbe muss hingegen eine Gewerbebewilligung eingeholt werden. Dieser Bewilligungspflicht unterliegen bspw. Gärtner, Gebäudereiniger, Kosmetiker, Maler, uvm. Der Unterschied liegt im Wesentlichen darin, dass bei qualifizierten Gewerben ein Nachweis über die fachliche Eignung erbracht werden muss; bspw. mittels Diploms oder Arbeitsbestätigung.

Darüber hinaus müssen für beide Arten von Gewerben bestimmte Ausübungsvoraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel muss unter anderem eine inländische Betriebsstätte vorhanden sein. Im Zuge der Antragstellung hinsichtlich der Bewilligung sind diverse Dokumente beizulegen (wie Strafregisterauszug, Pfändungsregisterauszug, etc.), auch sind die entsprechenden Gebühren zu begleichen. In beiden Fällen ist das Amt für Volkswirtschaft die zuständige Behörde.

Die Berechtigung das Gewerbe auszuüben, entsteht sodann bei anmeldepflichtigen Gewerben grundsätzlich mit deren Anmeldung, sofern alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind; bei Bewilligungspflichtigen erst mit der Erteilung der Bewilligung.

Nicht ausser Acht gelassen werden darf zudem, dass es Tätigkeiten gibt, für welche spezielle Bewilligungen einzuholen sind. Dies gilt mitunter für Finanzdienstleister, Personalvermittler, Bauwesenberufe, etc. Wiederum gibt es aber ebenso Tätigkeiten, deren Ausübung weder angemeldet, noch bewilligt werden muss.

In jedem Fall ist daher vor der Ausübung des jeweiligen Gewerbes stets zu prüfen, ob eine Anmeldung, die Einholung einer Gewerbebewilligung, die Einholung einer Spezialbewilligung oder allenfalls nichts davon erforderlich ist. Wir empfehlen, diesbezüglich rechtlichen Rat einzuholen, sodass dem erfolgreichen Start in die Selbständigkeit nichts mehr im Wege steht.

Wir werden dann im Rahmen der nächsten Kolumne wieder die am meisten geklickte Frage beantworten.

WEITERE INFORMATIONEN

Rechtsanwältin Mag. iur. Fabienne Seppi

(zugelassen in Liechtenstein und Österreich)

 

NÄGELE Rechtsanwälte GmbH

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