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Politische Quereinstiege kommen in Liechtenstein häufig vor. Es wäre wichtig, mehr in den systematischen und langfristigen Aufbau von Kandidierenden zu investieren. (Illustration: Sabine Bockmühl)
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Liechtenstein|02.07.2020 (Aktualisiert am 02.07.20 08:28)

Gesucht – Gefunden!

Wie gehen die Parteien vor, um Kandidierende für den Gemeinderat und den Landtag zu finden? Wie unterstützen sie diese während des Wahlkampfs? Werden interessierte Personen langfristig aufgebaut und gefördert? Diesen und anderen Fragen ist «Vielfalt in der Politik» (ViP) nachgegangen.

Politische Quereinstiege kommen in Liechtenstein häufig vor. Es wäre wichtig, mehr in den systematischen und langfristigen Aufbau von Kandidierenden zu investieren. (Illustration: Sabine Bockmühl)

Wie gehen die Parteien vor, um Kandidierende für den Gemeinderat und den Landtag zu finden? Wie unterstützen sie diese während des Wahlkampfs? Werden interessierte Personen langfristig aufgebaut und gefördert? Diesen und anderen Fragen ist «Vielfalt in der Politik» (ViP) nachgegangen.

Mit Hilfe einer Online-Umfrage wurden Parteiverantwortliche aus Präsidien, Ortsgruppen und Geschäftsstellen zu ihrer Vorgehensweise und ihren Erfahrungen befragt. Die Resultate liegen nun in einer Publikation vor. Allen Interessierten bietet sich so ein Blick hinter die Kulissen der eher im Verborgenen stattfindenden Suche und Anfrage.

Grundsätzlich ist es für alle Parteien eine intensive, aufwändige Arbeit. Es sei schwierig, Personen für eine Kandidatur zu motivieren; das gelte für Männer, aber ganz besonders für Frauen. Einige Empfehlungen von ViP drehen sich daher um die Frage, wie der Kreis der Angesprochenen erweitert werden kann. Gelingen könnte dies beispielsweise durch eine möglichst vielfältige Zusammensetzung der Rekrutierungsteams und eine transparente, öffentliche Kommunikation über parteiinterne Abläufe und politische Partizipationsmöglichkeiten.

Ein besonderes Augenmerk von ViP liegt auf der Erhöhung des Frauenanteils. Die Umfrage brachte zu Tage, dass die Parteien mehrheitlich eine interne Zielvorgabe für das Geschlechterverhältnis auf den Wahllisten verfolgen: Diese liegt bei 50:50. Das ist sehr erfreulich. Die Bereitschaft von Frauen zu kandidieren könnte zudem noch mit weiteren Massnahmen gefördert werden.

Dazu empfiehlt ViP eine frühzeitige Thematisierung des Wahlkampfs, welcher gemäss wissenschaftlicher Erkenntnisse insbesondere für Frauen eine Hürde darstellt, und die Bekanntgabe der Unterstützungsangebote, welche Parteien in dieser Phase anbieten. Ein zentraler Punkt ist der langfristige und systematische Aufbau von möglichen Kandidierenden. Personen, die bereits in die politische Arbeit hineingesehen haben, dürfte es leichter fallen, einer Kandidatur zuzustimmen.

Die Publikation der Umfrageresultate ist auf der Homepage von Vielfalt in der Politik (www.vielfalt.li) zu finden. Wir hoffen, dass sie für die Parteien von Nutzen ist und zu weiteren internen Diskussionen anregt. Es lohnt sich, hier neue Wege zu beschreiten!

(pr)

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