Stefan Reichmuth (links) gewinnt sensationell WM-Bronze
Sport
International|22.09.2019

Reichmuth gewinnt historische WM-Bronzemedaille

RINGEN - Der Freistil-Ringer Stefan Reichmuth gewinnt an den Weltmeisterschaften im kasachischen Nursultan im Limit bis 86 kg sensationell die Bronzemedaille.

Stefan Reichmuth (links) gewinnt sensationell WM-Bronze

RINGEN - Der Freistil-Ringer Stefan Reichmuth gewinnt an den Weltmeisterschaften im kasachischen Nursultan im Limit bis 86 kg sensationell die Bronzemedaille.

Der 25-jährige Luzerner sorgte damit für die grösste Erfolgsmeldung im Schweizer Ringen seit 35 Jahren.

Im Kampf um eine der beiden Bronzemedaillen schlug Reichmuth den Kolumbianer Carlos Mendez mit 3:0 Punkten. Reichmuth kontrollierte den Kampf souverän und lag nach der ersten Runde dank zwei Einerwertungen 2:0 in Führung. In den zweiten drei Minuten beförderte er den Kolumbianer noch einmal aus der Kampfzone, womit er die Führung auf 3:0 ausbaute. Diesen Vorsprung brachte Reichmuth problemlos über die Zeit.

Der Willisauer sorgte damit für den wertvollsten Erfolg eines Schweizer Ringers seit dem Bronze-Gewinn von Hugo Dietsche bei Olympia 1984 in Los Angeles. Eine WM-Medaille im Ringen gewannen bisher für die Schweiz nur der Zürcher Kurt Rusterholz (1953 in Neapel, Greco, bis 87 kg) und die St. Gallerin Inge Krasser (1989 in Martigny, bis 57 kg).

Schon am Vortag hatte Stefan Reichmuth der Schweiz mit dem Einzug in den Halbfinal einen Olympiaquotenplatz für Tokio 2020 gesichert. "Das war mein vorrangiges Ziel. Doch auch an den Medaillengewinn hatte ich immer geglaubt", sagte Reichmuth.

Reichmuth gewann am Samstag alle drei Vorrunden-Kämpf und war erst im Halbfinal dem Inder Deepak Punia mit 2:8 nach Punkten unterlegen. Er reagierte nüchtern auf seinen Exploit in Kasachstan: "Hinter diesem Erfolg steckt hartes Training. An dieser WM passte endlich alles zusammen."

Der gelernte Zweiradmechaniker, der seit zwei Jahren als Profisportler lebt, hat sich in den letzten Jahren sukzessive an die Weltspitze herangetastet. Zusammen mit Trainer Nicolae Ghita gelang ihm eine optimale Vorbereitung auf den Bronzekampf gegen den Kolumbianer Carlos Mendez.

Der Rumäne Ghita ist seit gut zwei Jahren vollamtlich angestellter Schweizer Freistil-Nationaltrainer. Er organisierte für den Leader des Schweizer Freistilkaders alleine in diesem Jahr 150 Trainingstage im Ausland.

Ghita schwärmte nach der gewonnenen Medaille: "Reichmuth hat in diesem Kampf alles richtig gemacht und die gewählte Taktik perfekt umgesetzt." Reichmuth drängte Mendez während der sechs Kampfminuten dreimal aus der Kampfzone und erhielt drei Einerwertungen gutgeschrieben. Selber gestand Reichmuth seinem Gegner keine Wertung zu.

(sda)

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