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Martin Fuchs und Clooney fliegen über den Oxer. (Archivaufnahme)
Sport
International|21.08.2019

Fehlstart der Schweizer Springreiter in der Team-Wertung

REITEN - Die Schweizer Springreiter geraten zum Auftakt der Europameisterschaften in Rotterdam als Team in Rücklage. Als Fünftplatzierte liegen sie auf Gold oder Silber bereits zwei Abwürfe im Rückstand.

Martin Fuchs und Clooney fliegen über den Oxer. (Archivaufnahme)

REITEN - Die Schweizer Springreiter geraten zum Auftakt der Europameisterschaften in Rotterdam als Team in Rücklage. Als Fünftplatzierte liegen sie auf Gold oder Silber bereits zwei Abwürfe im Rückstand.

Einzig der Weltranglisten-Erste Steve Guerdat setzte hinter den ersten Wettkampftag ein Häkchen. Der 37-Jährige drückte mit Bianca im Jagdspringen, einer Prüfung gegen die Zeit, aufs Tempo und kam gleichwohl fehlerfrei durch. Der gebürtige Jurassier verbleibt mit dieser Leistung in der Einzelwertung in der Spitzengruppe. Auf den Tagessieger Peder Fredricson im Sattel von All In - der Schwede tritt als Titelverteidiger an - büsste er rund 2,5 Sekunden ein. In Strafpunkten sind dies für den weiteren Verlauf des Championats 1,31 Zähler und der 5. Zwischenrang.

Im Mannschaftsklassement ist die Perspektive weniger erfreulich. Trotz je einem Abwurf kamen die Leistungen von Martin Fuchs im Sattel von Clooney (20. Rang) und Niklaus Rutschi mit Cardano (33) in die Wertung. Das Streichresultat lieferte Paul Estermann, der mit Lord Pepsi gar zwei Versehen hinnehmen musste.

Die Zeitrückstände nach dem Jagdspringen werden in Strafpunkte umgerechnet, zwei Sekunden haben den Gegenwert eines Zählers. Für die Umgänge zwei und drei der Team-Wertung vom Donnerstag und Freitag, die analog einem Nationenpreis ausgetragen werden, hat das Klassement bereits klare Konturen angenommen. Deutschland (4,22 Strafpunkte), der Olympiasieger Frankreich (5,39) und Schweden (6,81) bilden das Spitzentrio. Grossbritannien (9,41), die Schweiz (9,83) und Irland (10,36) führen das Feld der Verfolger an. Einzig Schweden liegt von den Podest-Mannschaften für die Schweiz innerhalb eines Abwurfs. Deutschland und Frankreich müssen sogar zwei Stangen mehr als die Schweiz in den Sand fallen lassen, um von der Equipe von Andy Kistler überflügelt zu werden.

Drei Unzufriedene

Der WM-Zweite Martin Fuchs, der Debütant Niklaus Rutschi und der Routinier Paul Estermann waren nach ihren Auftritten verärgert. Fuchs lag auf Kurs, doch beim Einbiegen auf die Schlussgerade stimmte die Distanz zum Hindernis nicht. Der Schwung war weg, ein Abwurf (4 Sekunden Zuschlag auf die Endzeit) kam hinzu. 3,46 Punkte Rückstand und Platz 20 im Gesamtklassement sind eine happige Hypothek - 17 Paare müssen in den verbleiben vier Umgängen für die Medaille noch abgefangen werden.

Rutschi reitet mit 53 Jahren erstmals an einem Championat. Ausgerechnet am letzten Hindernis fiel nach einem Fehler des Reiters doch noch die Stange. Der Luzerner baute kurzfristig und ohne ersichtlichen Grund einen Galoppsprung mehr ein und wurde prompt bestraft. "Würde einer meiner Schüler so reiten, bekäme er was zu hören!", sagte ein geknickter Rutschi. "Es gab einfach keinen Grund, diesen Fehler zu machen. Es ist eine Katastrophe."

Ein Galoppsprung mehr bringt in der Regel Sicherheit, kostet aber eine bis zwei Sekunden. Aus diesem Grund wird beim Jagdspringen ein Risiko eingegangen und auf Tempo geritten. Estermann, ansonsten ein sicherer Wert, wurde die zu offensive Art zum Verhängnis. Er hielt vor einem Oxer an fünf Galoppsprüngen fest, "obwohl ich das Hindernis davonlaufen sah". Lord Pepsi landete quasi auf den Stangen, und war danach verunsichert.

(sda)

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