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Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif und seine norwegische Amtskollegin Ine Eriksen Soereide bei einer Pressekonferenz in Oslo am Donnerstag. (Archivbild)
Politik
International|25.08.2019

Journalist aus Iran beantragt Asyl während Sarif-Reise in Schweden

TEHERAN - Ein iranischer Journalist soll während der Dienstreise von Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif in Stockholm die Delegation verlassen und politisches Asyl in Schweden beantragt haben. Das berichtete das Nachrichtenportal "Rouydad-24" am Samstag.

Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif und seine norwegische Amtskollegin Ine Eriksen Soereide bei einer Pressekonferenz in Oslo am Donnerstag. (Archivbild)

TEHERAN - Ein iranischer Journalist soll während der Dienstreise von Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif in Stockholm die Delegation verlassen und politisches Asyl in Schweden beantragt haben. Das berichtete das Nachrichtenportal "Rouydad-24" am Samstag.

Dem Bericht zufolge verliess der Reporter der halbamtlichen Nachrichtenagentur Modsch (Welle) am Dienstag unter dem Vorwand, eine Zigarette rauchen zu wollen, die iranische Delegation in Stockholm. Danach sei er nicht mehr zurückgekehrt.

Seine Agentur in Teheran konnte oder wollte den Asylantrag ihres Angestellten weder bestätigen noch dementieren. "Wir wissen auch nur, dass er nicht mit der Delegation des Aussenministeriums in den Iran zurückgeflogen ist" sagte Modsch-Chefredakteur Amir Mortasawi "Rouydad-24".

Der Reporter selbst meldete sich am Samstag auf Twitter und schrieb dort: "Jeder Mensch hat das Recht, selbst über sein Leben zu entscheiden." Den Asylantrag in Schweden bestätigte er zwar nicht, seine Worte wurden aber von vielen als Hinweis darauf verstanden, dass er nicht in den Iran zurückzukehren gedenkt.

In sozialen Medien löste die Kunde von seinem angeblichen Asylantrag einen Proteststurm aus. Im Tross des Aussenministers mitzufliegen und dann im Westen Asyl zu beantragen sei einfach nur schäbig, meinten viele Iraner.

Harsche Kritik gab es auch von Branchenkollegen im Iran. Der Reporter habe die Arbeit der Journalisten im Land zusätzlich erschwert und für noch mehr Misstrauen der Regierung gegenüber den Medien gesorgt.

(sda / dpa)

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