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Zwei Bewohnerinnen in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke halten sich die Hände - die Zahl der Demenzkranken werde voraussichtlich von derzeit knapp 50 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 152 Millionen wachsen, sagt die WHO.
Politik
International|14.05.2019

WHO rechnet mit Verdreifachung der Demenz-Fälle weltweit bis 2050

GENF - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einer Verdreifachung der Demenz-Patienten weltweit in den nächsten drei Jahrzehnten. Sie hat daher erstmals Leitlinien zur Vermeidung der Krankheit veröffentlicht.

Zwei Bewohnerinnen in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke halten sich die Hände - die Zahl der Demenzkranken werde voraussichtlich von derzeit knapp 50 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 152 Millionen wachsen, sagt die WHO.

GENF - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einer Verdreifachung der Demenz-Patienten weltweit in den nächsten drei Jahrzehnten. Sie hat daher erstmals Leitlinien zur Vermeidung der Krankheit veröffentlicht.

Die Zahl der Demenzkranken werde voraussichtlich von derzeit knapp 50 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 152 Millionen wachsen, heisst es in einem Bericht, den die WHO am Dienstag in Genf vorstellte.

Es sei daher nötig, "alles zu tun, was wir können, um unser Demenz-Risiko zu verringern", mahnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Demenz, die für die Entwicklung der Leitlinien zusammengetragen wurden, bestätigten, "dass das, was gut für unser Herz ist, auch gut für unser Hirn ist". Zu diesen Vorsorgemassnahmen gehörten eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung, Verzicht auf Tabakkonsum und massvoller Alkoholkonsum.

Auch Gehirnjogging könne Demenz vorbeugen, hiess es weiter. Es gebe ausserdem Hinweise, dass bei älteren Menschen das Demenz-Risiko durch fehlende Sozialkontakte steige. Für den Umkehrschluss, dass mehr sozialer Austausch das Demenz-Risiko verringert, gibt es laut WHO aber nicht genügend wissenschaftliche Belege.

Nicht beeinflussbare Faktoren

Andere Faktoren wie Alter und familiäre Vorbelastung seien hingegen nicht beeinflussbar, hiess es in dem WHO-Bericht. Zugleich betonten die Autoren, dass das Alter zwar der stärkste bekannte Risikofaktor für Demenz sei, aber Demenz "keine natürliche oder unvermeidbare Folge des Alterns" sei.

Demenz wird von einer Reihe von Hirnleiden verursacht, die das Erinnerungsvermögen, die kognitive Leistung, Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags sowie das Sozialverhalten des Betroffenen beeinträchtigen. Derzeit sind rund fünf bis acht Prozent der Menschen ab 60 Jahren von der Alzheimer-Krankheit oder anderen Formen der Demenz betroffen.

Nicht nur für die Patienten und ihre Angehörigen ist Demenz eine grosse Belastung, sondern auch für die Volkswirtschaften. Die WHO schätzt, dass die weltweiten Kosten für die Betreuung von Demenzkranken von 818 Milliarden Dollar im Jahr 2015 bis zum Jahr 2030 auf zwei Billionen Dollar steigen werden. Die grösste Zunahme von Demenz-Fällen erwartet die WHO in den bevölkerungsreichen Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen.

(sda / afp)

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