Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Multimedia
International|02.07.2018 (Aktualisiert am 17.08.18 07:54)

Blogger abgemahnt: Ab wann ist ein Instagram-Post Werbung?

In den vergangen Tagen ging es bei einigen Influencern nur um ein Thema: Abmahnungen. Dabei ist es egal, was von den Bloggern auf Instagram gepostet wird: Persönliche Empfehlungen, Verlinkungen von Freunden und alles andere soll nun ab sofort als Werbung gekennzeichnet werden.

Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) hat die deutsche Bloggerin Vreni Frost abgemahnt und gefordert, dass bestimmte Instagram-Posts, in welchen Marken und Unternehmen getaggt sind, in Zukunft als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Das Berliner Landesgericht stimmte dem Anliegen des Verbandes zu, unter der Angabe, dass durch fehlende Kennzeichnung ein Werbeverstoss vorliege. Bei den betroffenen Posts werden aber gemäss der Influencerin keine kommerziellen Zwecke verfolgt, da keine bezahlte Kooperation mit dem erwähnten Unternehmen bestehe. Die Marken tagge sie lediglich um Fragen über die Herkunft der dargestellten Artikel in der Kommentarspalte zu erübrigen, so Frost. Gemäss Landesgericht agiert Vreni Frost, wie viele ihrer Influencer-Kollegen, aber schon lange nicht mehr als Privatperson auf Instagram. Mit dem Taggen der Unternehmen präsentiere sie sich als attraktiven, möglichen Kooperationspartner für die markierten Unternehmen und fördere somit ihre eigenen kommerziellen Interessen. Um der Frage der Herkunft der Artikel vorzubeugen, sei keine Verlinkung auf den Unternehmens-Accounts nötig und bei 50 000 Followern könne nicht mehr von privatem Handeln ausgegangen werden, so das Landesgericht weiter. Beim Influencer-Marketing handelt es sich um eine noch relative junge Disziplin des Onlinemarketings. Sogenannte Influencer gibt es zwar schon längst, nur ist die Linie zwischen privaten und öffentlichen Personen seit der Existenz von Social Media immer mehr verschwommen. Influencer geben ihren Followern Empfehlungen ab, wie man sie sonst vom näheren Freundeskreis kennt. Dabei ist aber oft unklar, ob diese Meinung auch ehrlich ist. Selbst wenn die Influencer gerade keine bezahlten Inhalte von Unternehmen hochladen, so erhalten sie oft Werbegeschenke, werden zu renommierten Veranstaltungen eingeladen oder hängen mit anderen Influencer-Kollegen ab. Ästhetisch wird das Ganze auf Instagram präsentiert und alle Beteiligten verfolgen meist das gleiche Ziel: mehr Reichweite gleich mehr Absatz.

Plus-Artikel

Lies unsere digitalen Premiuminhalte

Sie erwarten 3 Absätze und 516 Worte in diesem Plus-Artikel.
(lk)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Wirtschaft
Liechtenstein|vor 23 Minuten (Aktualisiert vor 23 Minuten)
Businesstag-Award geht an Christine Wohlwend
Volksblatt Werbung