Die digitale Gesellschaft und ihre Ängste: Diesem Thema widmet sich die Berliner Künstlerin Raphaela Vogel in der Ausstellung "Bellend bin ich aufgewacht" im Kunsthaus Bregenz.
Kultur
International|17.10.2019

Raphaela Vogel nimmt die Ängste der jungen Generation auf

BREGENZ - Das Kunsthaus Bregenz (KUB) will mit der jungen Berliner Künstlerin Raphaela Vogel eine neue Generation ansprechen. Sie nimmt in der Ausstellung "Bellend bin ich aufgewacht" die Ängste der digitalen Gesellschaft auf.

Die digitale Gesellschaft und ihre Ängste: Diesem Thema widmet sich die Berliner Künstlerin Raphaela Vogel in der Ausstellung "Bellend bin ich aufgewacht" im Kunsthaus Bregenz.

BREGENZ - Das Kunsthaus Bregenz (KUB) will mit der jungen Berliner Künstlerin Raphaela Vogel eine neue Generation ansprechen. Sie nimmt in der Ausstellung "Bellend bin ich aufgewacht" die Ängste der digitalen Gesellschaft auf.

Der Name der Ausstellung, die bis zum 6. Januar 2020 dauert, ist Programm: Raphaela Vogels Pudel "Rollo" begleitet die Besucher durch die Schau. "Der Hund hat verschiedene Rollen. Er ist Begleiter und Gefährte, Ersatzfigur und Gegenüber. Er steht aber auch sinnbildlich für Bindung und bedingungslose Liebe", erklärte Vogel am Donnerstag auf einem Medienrundgang.

Die Künstlerin reflektiert in ihren Arbeiten häufig ihr eigenes Schaffen. So schuf sie über ihr Tun während zweier Jahre eine Soundkollektion, eine "albtraumhafte Rückschau", wie Vogel sagt.

Ihre Ausstellung vereint all die Ängste, denen vor allem junge Menschen heute ausgesetzt sind: allgegenwärtige, oft freiwillig gewährte Überwachung, manchmal gar bis ins Bett; die Ohnmacht, unsichtbaren, allwissenden Netzwerken ausgesetzt zu sein und der Eindruck, in einer Welt des Umbruchs zu leben.

Gefangen im Netz

Die alten Werte verwittern wie Raphaela Vogels Miniatur-Sehenswürdigkeiten: auf der London Bridge liegt ein abgerissener Fuss, das Riesenrad würde als Schmetterling verkleidet am liebsten selbst davonfliegen.

Dagegen setzt sie ein Video, in dem sie auf einen Film von Helke Sander anspielt. Während bei Sander eine wohnungslose Mutter einen Kran mit ihren Kindern beklettert, erklimmt die Künstlerin in ihrer Arbeit selbst das Gestänge. Wirbel und Verzerrungen zermahlen in dem Video die Perspektive, machen orientierungslos und den Absturz wahrscheinlich. Wie aus einem Albtraum erwacht sie vom Bellen eines Hundes. Die Arbeit entstand eigens für das KUB, inspiriert durch ein Gespräch mit KUB-Direktor Thomas Trummer.

Auf die Netzwerke, in denen wir uns alle befinden, spielt auch eine überdimensionale, sich häutende Spinne an - sie ist durch ihre horizontale Form auch ein Symbol für besetzten Raum. In einem Video wirft eine über die Künstlerin fliegende Drohne ihren Schatten auf ihren Rücken. An der Wand hängen fetzenhafte Bilder aus Ziegen- und Elchleder, einige mit Hunde-Motiv.

Pudel dürfen mit in die Ausstellung

Und am 24. November haben alle Pudel-Besitzer beim "Pudel-Tag" freien Eintritt im KUB, die Hunde dürfen mit in die Ausstellung. Dabei kann man dann auch "Rollo" persönlich kennenlernen.

www.kunsthaus-bregenz.at

(sda / apa)

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