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Prominente Gäste bei der (Vor-)Finissage von Rajka Poljaks Ausstellung in der Stein-Egerta: (v. li.) Der Kroatische Botschafter Aleksandar Heina mit Gattin Zvjezdana Heina, Rajka Poljak, Vlado Franjevic, Vorsteher Daniel Hilti und Vernissagesprecher Thomas Wanger. (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|12.10.2015 (Aktualisiert am 12.10.15 09:07)

Wortbilder zwischen farbigen Landschaften

SCHAAN - Zwei zusätzliche Farben konnte das Publikum am Sonntag bei einer Lesung inmitten der Bilderausstellung von Rajka Poljak in der Stein-Egerta erleben. Zwei Farben in den Worten und Klängen zweier Sprachen.

Prominente Gäste bei der (Vor-)Finissage von Rajka Poljaks Ausstellung in der Stein-Egerta: (v. li.) Der Kroatische Botschafter Aleksandar Heina mit Gattin Zvjezdana Heina, Rajka Poljak, Vlado Franjevic, Vorsteher Daniel Hilti und Vernissagesprecher Thomas Wanger. (Foto: Paul Trummer)

SCHAAN - Zwei zusätzliche Farben konnte das Publikum am Sonntag bei einer Lesung inmitten der Bilderausstellung von Rajka Poljak in der Stein-Egerta erleben. Zwei Farben in den Worten und Klängen zweier Sprachen.

Rajka Poljak malt nicht nur mit viel Farbe, wie in ihrer aktuellen Ausstellung «Selbstverwirklichung am Rheindamm» in der Stein-Egerta zu sehen ist. Sie malt auch mit Worten in ihrem heimatlichen kroatischen Dialekt Kajkawisch. Eine archaische, melodiöse Sprache, die vorwiegend nördlich von Zagreb gesprochen wird und in die Rajka Poljak seit ihrem Wegzug aus Kroatien vor einigen Jahren erst wieder hineinwuchs, als sie begann, Gedichte ihres Gatten und Malers Vlado Vranjevic aus dem Kroatischen in ihr Herkunftsidiom zu übertragen. Plötzlich ergab sich ein neuer Klang, als würde man ein Bildsujet in anderen Farben malen. Und so beschlossen Vlado und Rajka anlässlich der Finissage der Ausstellung «Selbstverwirklichung am Rheindamm» in der Stein-Egerta eine Doppellesung von Gedichten aus beider Federn zu veranstalten. Und zwar in Kajkwisch und Deutsch. Wobei der Anlass eigentlich eine Vor-Finissage war, da die Dauer der Ausstellung «Selbstverwirklichung am Rheindamm» wegen des grossen Erfolgs um eine Woche verlängert wurde; sie ist nun noch bis zum Sonntag, den 18. Oktober, zu sehen.

Melancholische Miniaturen

Rajka Poljaks kleine Dreizeiler, die sie am Sonntag in der Stein-Egerta vortrug, atmen eine ähnliche Melancholie, wie sie ihren Bildern eigen ist. Aber auch eine Farbigkeit in Wort und Klang, wie sie auf Deutsch kaum wiederzugeben sind. Und dennoch wird auch in der deutschen Übersetzung, die ihr Gatte Vlado vortrug, viel Sehnsucht, Gedankenverlorenheit und Heimweh nach Orten und Menschen spürbar. Vlado Franjevics Gedichte tragen fast ein wenig Grimm und sind doch Ausdruck einer Sehnsucht nach einer Welt des Verständnisses und der Begegnung. In kajkawischer Übertragung, wie sie Rajka Poljak vortrug, wird die Verve der Zeilen noch spürbarer. Kroatien sei zwar ein kleines Land, doch es verfüge vom Mittelmeer bis ins Inland über eine grosse Diversität an Landschaften und Dialekten, erzählte der kroatische Botschafter Aleksandar Heina, der mit seiner Gattin extra aus Bern zur Lesung angereist war und sehr angetan war.

(jm)

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