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(Symbolfoto: Zanghellini)
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Liechtenstein|06.06.2014 (Aktualisiert am 06.06.14 13:26)

Kindschaftsrecht kann in Kraft treten

VADUZ - Eltern sollen sich bei einer Trennung das Sorgerecht künftig teilen. Seit langem wird über die gemeinsame Obsorge diskutiert. Mit der Reform des Kindschaftsrechts hat der Landtag in zweiter Lesung die Weichen gestellt – die Änderungen treten aller Voraussicht nach am 1. Januar 2015 in Kraft.

(Symbolfoto: Zanghellini)

VADUZ - Eltern sollen sich bei einer Trennung das Sorgerecht künftig teilen. Seit langem wird über die gemeinsame Obsorge diskutiert. Mit der Reform des Kindschaftsrechts hat der Landtag in zweiter Lesung die Weichen gestellt – die Änderungen treten aller Voraussicht nach am 1. Januar 2015 in Kraft.

"Längst überfällig“, oder auch "Verfrühtes Weihnachtsgeschenk für Kinder und Jugendliche". Nur zwei der anerkennenden Kommentare, die bei der ersten Lesung der Gesetzesvorlage zur Reform des Kindschaftsrechts bereits im Dezember vergangenen Jahres gefallen waren. Bereits damals bestand im Landtag Einigkeit darüber, dass die von Aurelia Frick initiierte Revision des Kindschaftsrechts längst überfällig sei. Im Vordergrund stehen dabei das Wohl der Kinder und Gleichberechtigung der Väter. Bereits in der vergangenen Amtsperiode setzte sich Regierungsrätin Frick – damals noch als Justizministerin – für eine Anpassung des Kindschaftsrechts an das internationale Recht und den gesellschaftlichen Wandel ein. Im Mittelpunkt der Reform steht die Regelung der Obsorge über Kinder getrennter und geschiedener Eltern: Sie sollen künftig aufgrund der Einführung eines gemeinsamen Sorgerechts weder auf den Vater, noch die Mutter verzichten müssen. Das alleinige Sorgerecht sollen Gerichte einem Elternteil nur in Ausnahmefällen – und stets zum Wohle des Kindes – zusprechen. Ebenfalls angepasst wird das Abstammungsrecht: Dabei geht es einerseits darum, das Recht des Kindes auf die Feststellung seiner Abstammung zu stärken. Andererseits sieht die Reform für den biologischen Vater aber auch eine erleichterte Feststellung der Vaterschaft vor. Diskriminierende Begriffe wie "uneheliche Kinder" finden im neuen Gesetzestext keinen Platz mehr. Die gestrige zweite Lesung der Gesetzesvorlage ging nahezu diskussionslos vonstatten. Ein Ergänzungsantrag der Abgeordneten Helen Konzett Bargetze, die erreichen wollte, dass entsprechende Vereinbarungen zur gemeinsamen Obsorge bei einvernehmlichen Scheidungen vor Gericht schriftlich hinterlegt werden müssten, fand im Landtag keine Mehrheit. Die in der ersten Lesung im Dezember aufgeworfenen Fragen hatte die Regierung bereits in einer Stellungnahme beantwortet. Diese hatten hauptsächlich das Übergangsrecht, die Kostentragung der gerichtlich verfügten Mediation sowie das novellierte Obsorgerecht betroffen.

(hf)

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