Ein Stück vom Kuchen: Entscheid in Deutschland bringt wieder die Geleichstellungsfrage auf. (Symbolfoto: Shutterstock)
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Liechtenstein|01.07.2017

«Ehe für Alle» in Liechtenstein: Hoffen auf Politik und Volk

VADUZ - Deutschland führt die Ehe für alle ein. Dies weckt auch in Liechtenstein Hoffung auf eine neue öffentliche Debatte.

Ein Stück vom Kuchen: Entscheid in Deutschland bringt wieder die Geleichstellungsfrage auf. (Symbolfoto: Shutterstock)

VADUZ - Deutschland führt die Ehe für alle ein. Dies weckt auch in Liechtenstein Hoffung auf eine neue öffentliche Debatte.

Der Deutsche Bundestag gab gestern das Ja-Wort zur Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Für Amos Kaufmann vom Verein «Flay» ein Hoffnungsschimmer – auch für Liechtenstein. «Die Entwicklung in Deutschland zeigt sehr schön, dass Veränderung auch von der Politik ausgehen kann, indem sie die Stimmung im Land aktiv aufgreift», so Kaufmann. Er hofft nun, dass die Debatte nun auch in Liechtenstein wieder angestossen wird. Die derzeitige Aktualität in Deutschland bilde hier eine gute Chance. Denn hierzulande werde vieles erst zum Thema, wenn es in den Nachbarländern zu einem wird. «Flay» wolle jetzt jedoch keinen eigenen Vorstoss starten, vielmehr baue der Verein auf das deutsche Vorbild. «Wir haben die Hoffnung, dass der erste Schritt nicht von uns, sondern von jenen kommt, die die Gleichstellung aller im Staat vorantreiben müssten: Also der Regierung, die Thema von sich aus aufgreift», führt Kaufmann aus. Die Bevölkerung sei nach seiner Erfahrung der «Ehe für Alle» gegenüber durchaus positiv eingestellt. Die Adoption sei hier die grösste Hürde. Er sei jedoch zuversichtlich, dass wenn man eine öffentliche Diskussion zulassen würde, sich die Gegenargumente und Vorurteile entkräften liessen. «Aber dafür müsste zuerst eine öffentliche Debatte entstehen», schliesst er.


Politik der Debatte nicht abgeneigt


Einer solchen wäre auch Regierungsrätin Aurelia Frick nicht abgeneigt. «Ich würde eine gesellschaftliche Diskussion, bei der sich die Bevölkerung dazu äussert, begrüssen», erklärt sie auch in ihrer Funktion als Justizministerin, in deren Ressort die Gesetzesänderung fallen würde. Der Entscheid in Deutschland werde laut Frick sicherlich auch Auswirkungen auf die Diskussion in anderen Ländern haben. Die Abstimmung in Deutschland zeige, dass zumindest dort die Gesellschaft bei solch Fragen heute offener geworden ist und die gesetzliche Situation den Erwartungen vieler Menschen nicht mehr gerecht wird. Inwiefern dies auch auf Liechtenstein zutreffe, sei jedoch schwierig zu beantworten. Das deutliche Ja (fast 70 Prozent) zum Partnerschaftsgesetz im Jahr 2011, könne jedoch ein Indikator sein.
Für den neugewählten Landtagsabgeordnete Daniel Seger, der damals auch aktiv an der Ausarbeitung des Partnerschaftsgesetzes beteiligt war, wäre die Zeit für eine politische Behandlung durchaus gekommen: «Seit dem ist viel passiert und ich denke, dass es durchaus erfolgsversprechend sein kann, beispielsweise das Thema ‹Ehe für alle› anzugehen, um noch bestehende Ungleichbehandlungen zu beseitigen».

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Samstag (01.07.2017).

(alb)

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