V. l.: Projektleiterin Loretta Federspiel-Kieber, Autor Heinz Ritter, Künstlerin Jess de Zilva, Autorin Trudy Bricci-Marok mit Präsident Herbert Oehri, Grafikerin Anna Stenek, Projektleiter Adolf Marxer und Moderator Johannes Kaiser. (Fotos: M. Zanghellini)
Kultur
Liechtenstein|20.11.2015 (Aktualisiert am 20.11.15 23:29)

«S Hundertölferbuach va Mura» – Geschichten aus dem Dorfleben

MAUREN - Der Gemeinnützige Verein für Ahnenforschung, Pflege der Kultur und des Brauchtums Mauren präsentierte gestern im Kulturhaus Rössle sein erstes Dialektbuch «S Hundertölferbuach», untermalt von den Mundartmusikern von EniVier.

V. l.: Projektleiterin Loretta Federspiel-Kieber, Autor Heinz Ritter, Künstlerin Jess de Zilva, Autorin Trudy Bricci-Marok mit Präsident Herbert Oehri, Grafikerin Anna Stenek, Projektleiter Adolf Marxer und Moderator Johannes Kaiser. (Fotos: M. Zanghellini)

MAUREN - Der Gemeinnützige Verein für Ahnenforschung, Pflege der Kultur und des Brauchtums Mauren präsentierte gestern im Kulturhaus Rössle sein erstes Dialektbuch «S Hundertölferbuach», untermalt von den Mundartmusikern von EniVier.

Während Johannes Kaiser durch das Programm führte, stellte Vereinspräsident Herbert Oehri das neue Buch kurz vor und bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Unterstützern. Fast 40 Autoren aus Mauren-Schaanwald haben sich daran beteiligt und mit ihren persönlichen Beiträgen aus dem Alltagsleben «einzigartige und tolle Geschichten verfasst und so dem Werk Leben eingehaucht».

Die Mühe hat sich gelohnt

Mit dem Satz «die Hennen legen in Mauren immer noch ‹ò Eier›!», erklärte Vorsteher Freddy Kaiser das grosse Engagement der Gemeinde zur Dokumentation seiner Geschichte und Kultur, aber auch zu seinen Wurzeln. Er beglückwünschte den Ahnenforschungsverein für das neue Buch, welches dem Dialekt ein Denkmal setze. «Das ist in unserer beschleunigten, globalisierten Welt besonders wertvoll, damit wir unsere Identität nicht aus den Augen verlieren», so Kaiser. Auch Projektleiter Adolf Marxer wies darauf hin, dass es höchste Zeit ist, sich mit dem Maurer Dialekt zu befassen und diesen auch sauber aufzuschreiben. Denn vieles sei bereits verloren gegangen. Mit dem neuen Buch sei ein Schritt nun getan. «Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt», führte Marxer aus. «So haben wir beim Schreiben gemerkt, wie schön, wie differenziert und wie präzis der Dialekt Sachen, Zustände, Gefühle und Beobachtungen beschreiben kann.» Die im Buch festgehaltenen Geschichten offenbaren Maurens verborgenste Begebenheiten und Vorkommnisse aus vergangenen Zeiten. «Wenn man im ‹Hundertölferbuach› liest, kommt ein starkes Heimatgefühl auf. Man erlebt noch einmal Momente, die uns früher sehr bewegt haben oder hört unsere Eltern sowie Nana und Nene erzählen», so Marxer.

Interessante Lesung

Eine kleine Auswahl der Geschichten gaben danach die heimischen Autoren Trudy Bricci-Marok und Heinz Ritter zum Besten – zur Freude des Publikums natürlich in schönstem «Murer Dialekt». Etwa las Bricci-Marok vor, wie man «am End vam Kriag um p Felder ganga isch» und «es gförleg gsi sei, wègada Flüügr mo öberam Riet kreisa täuen»; vom «Hennahiart, s Marocka Tomini, wo albis sis òga Bschtegg meknò hèt ina Wüartschaft» oder vom «Philipp, wo i dr Lòterii kwunna hèt und alle jedr Òbed im Freiadarf kwartet hòn, bissr kunnt». Heinz Ritter erzählte ebenso wortgewandt «wia dr Raimündle med sim aalta Riisanautotraktor d Schwizer Armee krettet hèt» oder vom «Köfferli Schädler, wo med sim schwarza Damarad, im Frack un mé dr Melòna ofam Kopf un sim Göfferle am Lengger duars ganz Land gfaara isch».

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Samstag (21.11.2015).

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