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Die S-Bahn «FL–A–CH» will aus dem bislang eher beschaulichen «Buchser Zügle» eine leistungsstarke internationale Verkehrsverbindung machen und dadurch u. a. die Pendler auf die Schienen bringen, was Liechtensteins Strassen entlasten würde. Dazu sind zahlreiche Um- und Neubauten nötig. (Foto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|07.01.2015 (Aktualisiert am 07.01.15 06:54)

Jahr der Entscheidung für S-Bahn «FL–A–CH»

VADUZ - Nachdem der UVP-Bescheid im Dezember grünes Licht für den Bau der S-Bahn «FL–A–CH» gegeben hat, startet die Regierung demnächst eine grosse Info-Kampagne in der Bevölkerung. Überzeugungsarbeit ist auch dringend notwendig.

Die S-Bahn «FL–A–CH» will aus dem bislang eher beschaulichen «Buchser Zügle» eine leistungsstarke internationale Verkehrsverbindung machen und dadurch u. a. die Pendler auf die Schienen bringen, was Liechtensteins Strassen entlasten würde. Dazu sind zahlreiche Um- und Neubauten nötig. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Nachdem der UVP-Bescheid im Dezember grünes Licht für den Bau der S-Bahn «FL–A–CH» gegeben hat, startet die Regierung demnächst eine grosse Info-Kampagne in der Bevölkerung. Überzeugungsarbeit ist auch dringend notwendig.

Die S-Bahn «FL-A-CH» ist das ambitio­nierteste Infrastrukturprojekt im ­öffentlichen Verkehr in dieser Legislatur und sie wird mit allen Folgeprojekten auch noch die nächste Legislatur beschäftigen. Denn es geht um eine langfristige Weichenstellung für die künftige Erreichbarkeit Liechtensteins im lokalen wie auch im internationalen Verkehrsverbund. Das ehemals beschauliche Agrarland Liechtenstein, das bis vor wenigen Jahrzehnten noch von einigen wenigen Landstrassen erschlossen war und durch welches seit 1872 als seinerzeitige Kompromisslösung das «Buchser Zügle» zwischen Feldkirch, Schaanwald, Nendeln, Schaan und Buchs verkehrt, ist seit den 1960er-Jahren zu einer boomenden Indus­trie- und Finanzdienstleistungsre­gion mutiert. Tausende Arbeitsplätze wurden im Land geschaffen, vor allem in den Ballungsräumen des Unterlands und in der Agglomeration Schaan-Vaduz. Aufgrund des kleinen Inlandmarktes und der geringen Bevölkerungszahl sind der Industrie- wie der Finanzsektor im grössten Mass auf internationale Exporte ihrer Produkte und Dienstleistungen angewiesen, aber umgekehrt auch auf den Import von Fachkräften aus dem benachbarten Ausland. Denn anders kann ein Land mit knapp 37 000 Einwohnern nicht beinahe ebenso viele Arbeitsplätze füllen.

Starke Wirtschaft – viel Verkehr

Die positiven Wirtschaftsbedingungen, die Arbeitsplätze, Unternehmensgewinne und Steuerleistungen für den Staat schaffen, haben jedoch eine Kehrseite: Sie wurden und werden mit massiven Verkehrszuwächsen erkauft. Nicht nur Liechtensteiner pendeln im Inland mit ihren Autos viermal täglich zu und von ihren Arbeitsplätzen, auch Tausende Pendler aus der Schweiz und Vorarlberg bevölkern zumindest in der Früh und am Abend die Stras­sen des Landes. Dazu kommt ein ­ebenfalls gestiegener Lkw-Verkehr, denn die Industriebetriebe müssen auch beliefert werden. Um das Fass voll zu machen, steigt zudem der internationale Lkw-Gütertransport auf den Transitrouten. Eine dieser internationalen Routen führt – nicht erst seit der zolltechnischen «Aufwertung» der Grenze Tisis-Schaanwald – über Schaanwald, Nendeln und Eschen zur Schweizer A13 bei Bendern-Haag.

Von Verknotung zu Vernetzung

All diese wachsenden Verkehrsfäden haben inzwischen zu immer belastender werdenden Verknotungen im Verkehrsstrickmuster des Landes geführt. Und der Trend zu wachsenden Arbeitsplatz-, Bevölkerungs- und Mobilitätszahlen geht weiter, wie alle Prognosen sagen. Liechtenstein braucht also eine grundsätzliche und nachhaltige Verkehrslösung. Die Regierung sieht das Herz der Lösung in der S-Bahn «FL–A–CH»: Pendler auf die Schiene, Busse als Feinverteiler zu und von den Haltestellen, internationale Anbindung des Landes an die S-Bahnen in Vorarlberg und in der Schweiz. Davon wird die Regierung im Sommer 2015 den Landtag überzeugen müssen, wenn sie den BuA zum Bau der S-Bahn vorlegt. Bis dahin und danach, wenn im Herbst 2015 die mit Sicherheit zu erwartende Volksabstimmung zur S-Bahn folgt, wird sie auch die Bevölkerung – gegen alle S-Bahn-Kritiker – überzeugen müssen.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Mittwoch (07.01.2015).

(jm)

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