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Politik
International|20.12.2008

Russische Kriegsschiffe zu Besuch in Kuba eingetroffen

HAVANNA - Erstmals seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 haben am Freitag in Kuba russische Kriegsschiffe angelegt. Die russischen Schiffe sollen im Rahmen einer Tour in mehrere lateinamerikanische Länder bis Dienstag in Havanna bleiben.

Der Aufenthalt der russischen Marineschiffe in unmittelbarer Nähe von US-Gewässern gilt als Provokation gegenüber Washington. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP in Havanna berichtete, traf der U-Boot-Zerstörer "Admiral Tschabanenko" in Begleitung von zwei Versorgungsschiffen am Vormittag (Ortszeit) im Hafen der Hauptstadt ein.

Die Gastgeber feuerten zur Begrüssung Kanonenschüsse ab. Die russische Botschaft in Havanna erklärte mit Blick auf die USA, der Besuch ziele "auf kein drittes Land".

Laut der kubanischen Zeitung "Granma" will der russische Kommandant unter anderem mit dem kubanischen Chef der Kriegsmarine zusammentreffen. Damit soll die Kooperation zwischen den Flotten beider Länder verbessert werden.

Auch dürfen Kubaner die russischen Schiffe besichtigen. Die russische Schiffe hatten zuvor mit der Marine von Venezuela in der Karibik Manöver unternommen und absolvierten dann Besuche in Panama und Nicaragua.

Ende Dezember hatte Dmitri Medwedew als erster russischer Präsident nach acht Jahren Kuba einen Besuch abgestattet. Die Beziehungen beider Länder hatten sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 erheblich abgekühlt.

2007 kamen sich Havanna und Moskau wieder näher. Beide Länder arbeiten auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet zusammen.

Der Besuch Medwedews im so genannten Hinterhof der USA galt als Ohrfeige für Washington. Beobachter sehen darin eine Reaktion auf die US-Raketenabwehrpläne in Osteuropa, die Russland als Bedrohung empfindet.

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