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Erzbischof Wolfgang Haas.
Vermischtes
Liechtenstein|19.04.2013

Theologe Boss: Erzbischof verfolgt «Kontrastprogramm»

SCHAAN - Während der neue Papst Franziskus auf eine Hinwendung der Kirche zu den Menschen drängt, feierte Erzbischof Haas sein 25-jähriges Bischofsjubiläum in Vaduz mit dem Rücken zu den Gläubigen gemäss altem Ritus.

Erzbischof Wolfgang Haas.

SCHAAN - Während der neue Papst Franziskus auf eine Hinwendung der Kirche zu den Menschen drängt, feierte Erzbischof Haas sein 25-jähriges Bischofsjubiläum in Vaduz mit dem Rücken zu den Gläubigen gemäss altem Ritus.

In diesem Jahr feiern die ersten Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965), die im Dezember 1963 verabschiedet wurden, ebenfalls einen runden Geburtstag. Der neue Papst Franziskus sagte aus diesem Anlass bei der Geburtstagsmesse für seinen Vorgänger, die damals verabschiedeten Beschlüsse seien nur «mangelhaft verwirklicht worden» und kritisierte: «Wir feiern dieses Jubiläum und es scheint, dass wir dem Konzil ein Denkmal bauen, aber eines, das nicht unbequem ist, das uns nicht stört. Wir wollen uns nicht verändern und es gibt sogar auch Stimmen, die gar nicht vorwärts wollen, sondern zurück: Das ist dickköpfig, das ist der Versuch, den Heiligen Geist zu zähmen. So bekommt man törichte und lahme Herzen.»
Gegenläufige Botschaft
Aus der Sicht von Theologe Günther Boss vom Verein für eine offene Kirche könnte die Diskrepanz zwischen dem Kurs des neuen Papstes und den Vorgängen im Erzbistum Vaduz grösser nicht sein: Gemeinsam mit der Petrusbruderschaft feierte Erzbischof Wolfgang Haas am Gründonnerstag die sogenannte Chrisammesse im alten Ritus – auf Latein, mit dem Rücken zu den Messbesuchern, wobei nur der Erzbischof selbst die Hostie zu sich nahm. Mit der Wahl dieser Liturgie sende Haas implizit die Botschaft aus, dass die liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein Fehler gewesen seien. Er gehe damit zurück hinter das Konzil, was Papst Franziskus gerade als «dickköpfig» und «töricht» getadelt habe. Generalvikar Markus Walser wollte sich auf Anfrage des «Volksblatts» nicht zur Liturgie bei der Chrisammesse äussern.
«Jetzt zeigt er seine wahren Motive», kommentiert Boss hingegen die Entscheidung des Erzbischofs für diese Art der Liturgie. «Papst Franziskus ist das komplette Kontrastprogramm zu dem, was der Erzbischof in den vergangenen Wochen gemacht hat.» Der Auf-
ruf des jetzigen Papsts Franziskus zur Abwendung von einem «theologischen Narzissmus» sei genau das Gegenteil der Signale, die das Erzbistum aussende.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im «Volksblatt» vom Freitag (19. April 2013).

(mh)

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