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Zwietracht in "Kampfmontur" (Foto: www.travel-lightart.com Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|05.03.2013 (Aktualisiert am 05.03.13 17:53)

Zwietracht nimmt «fraktale» Frau aufs Korn

SCHAAN - Anlässlich des internationalen Tags der Frau treten Manuela Haldner-Schierscher und Rita Frommelt-Dörig, alias Zwietracht, mit ihrem eigens für diesen Tag geschriebenen Programm «La femme fractale» im TAK auf. Getarnt im Trachten-Kampfanzug zerlegen sie die Frau von heute genüsslich unterm Vexierglas.

Zwietracht in "Kampfmontur" (Foto: www.travel-lightart.com Paul Trummer)

SCHAAN - Anlässlich des internationalen Tags der Frau treten Manuela Haldner-Schierscher und Rita Frommelt-Dörig, alias Zwietracht, mit ihrem eigens für diesen Tag geschriebenen Programm «La femme fractale» im TAK auf. Getarnt im Trachten-Kampfanzug zerlegen sie die Frau von heute genüsslich unterm Vexierglas.

Irgendwie traut sich keiner, die liechtensteinische Tracht anzugreifen, die ja noch gar nicht so alt ist, wie man immer tut", sagt Manuela Haldner-Schierscher über ihr Bühnenoutfit. Das Kabarettduo Zwietracht, deren einen Teil sie verkörpert, hat allerdings keine Scheu und schlüpft beherzt in sein Kostüm. Dieses sei eine Persiflage auf das ur-liechtensteinische und stehe symbolhaft für all das was man einer Trachtenfrau gerne zuschreibt: Das Korrekte und Solide. Brav, angepasst, strukturiert und mit einem bisschen Nationalstolz versehen. «Ich finde es herrlich, dass man alle möglichen Themen im Schutz dieser Figur anpacken kann», zeigt sich Haldner-Schierscher begeistert.

Hinzu kommt, dass sich der Zuschauer beständig fragt, ob denn dieses Kostüm der beiden Figuren nun tatsächlich echt ist und original. Genau so, wie er zweifelt. An den Figuren, deren Geschichten und schliesslich auch an sich selbst. Denn die Dialoge sind pointiert und die Damen alles andere als nett. «Das ist ja gerade der Sinn der Satire, die darf und soll ruhig ein bisschen weh tun», bekräftigt Haldner-Schierscher. Ihre Prototypen einer Trachtenfrau sind namenlos und bilden damit eine ideale Projektionsfläche für alles und jeden. Deren Widerschein kann man sich nur schwer entziehen, geblendet von der eigenen Imperfektion schliesslich folgt dann doch das kathartische Lachen, oder sollte es zumindest, wenn es nach den Zwieträchtigen geht: «Es ist doch schlimm, wenn man nicht mehr über sich selbst lachen kann und sich all zu ernst nimmt.»

Ausloten von Schmerzgrenzen

So ist es denn auch Frau von heute – wie sie ist, wie sie sein sollte und alles im Spannungsfeld dazwischen – die Zwietracht mit ihrem Programm «La femme fractale» aufs Korn nehmen. «Als Frau sollte man heute möglichst in allen Bereichen gut sein und nicht nur eine Sparte im Leben bedienen. Du sollst da noch aktiv sein, dort noch innovativ. Wir bearbeiten die verschiedensten Lebensbereich der modernen Frau, die eben zerissen, also fraktal ist,» erklärt Haldner-Schierscher den Titel ihres Programms. Vor allem nehmen die beiden Trachtenfrauen aber auch die Frau und ihre Erwartungen an sich selbst auf die Schippe. Frauen würden bei ihnen viel härter rangenommen werden als Männer, macht Frommelt-Dörig deutlich: «Viele denken, wenn sie Frauen-Kabarett hören, wir würden sowieso nur gegen Männer schiessen. Aber wir finden, dass eine Frau ruhig auch über eine Frau lachen soll und darf.» Zündstoff seien da die gegensätzlichen Lebenseinstellungen und -entwürfe, die meist nicht direkt ausgesprochen und oftmals in Neid, Eifersucht und Schlechtmachen enden würden, «die typische Frauenschiene eben», sagen Zwietracht mit einem Augenzwinkern.

Die Vorstellung am Freitag ist bereits ausverkauft. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich. Karten für den Zusatztermin am 24. Mai können Sie telefonisch unter 237 5969 oder per Mail an vorverkauf@tak.li bestellen.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Wochentag (6.3.2013).

(kid)

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