Politik
International|02.10.2007

100 000 tibetische Nomaden sollen in Städte umgesiedelt werden

China hat die Umsiedlung von 100 000 tibetischen Nomaden angekündigt. Die Nomaden sollen ihr traditionelles Leben aufgeben und sich in Städten niederlassen, weil ihre Lebensweise die Umwelt schädige.

Die Überweidung durch die Viehherden und die zunehmende Besiedlung der Berghänge am Oberlauf der grossen Flüsse in der nördlichen Provinz Qinghai gefährdeten den natürlichen Zustrom des Wassers, hiess es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bereits bis zum Ende des Jahre sollten 60 000 Tibeter in neue Städte in Qinghai umgesiedelt werden, bis 2010 insgesamt 100 000. "Die Hirten von ihrem Weideland umzusiedeln, das sie seit Generationen bewohnt haben, ist nicht einfach", zitierte Xinhua den Vorsteher einer tibetischen Gemeinde in Qinghais Bezirk Darlag.

Chinesische Wissenschafter und internationale Umweltorganisationen wie Greenpeace haben in den vergangenen Jahren wiederholt davor gewarnt, dass die Quellgebiete der grossen Flüsse in Gefahr sind.

Nicht erwähnt wurde in dem Xinhua-Bericht, dass die chinesische Regierung am Gelben Fluss (Hwangho) grosse Industriestädte errichten möchte, was Umweltschützer ebenfalls für eine beträchtliche Gefahr halten. Der chinesische Hoheitsanspruch in Tibet, der mit der Besatzung Anfang der 1950er Jahre begann, ist bis heute umstritten.

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Nomaden im Tibet (Archiv)

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