Politik
International|16.11.2006

Seltene Bambusblüte führt zu Rattenplage in Indien

NEU DELHI - Die Bewohner des indischen Bundesstaates Mizoram haben mehrere hunderttausend Ratten getötet, die von der seltenen Blüte eines wild wachsenden Bambus angelockt wurden. Die Ratten vermehren sich durch das Fressen der eiweissreichen Bambusfrucht rasant und vernichten die Ernte der Bauern. Die letzte Blütephase des Bambus hatte vor 48 Jahren zu einer Hungersnot geführt.

Bisher seien rund 200'000 Ratten in 150 betroffenen Dörfern mit Gift und selbst gebauten Fallen getötet worden, sagte ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums. Der Höhepunkt der Blüte werde aber erst 2007 erreicht. "Das Töten der Ratten wird bis Mitte Dezember anhalten. Dann ist die Ernte beendet", sagte der Beamte. Rund ein Drittel des Bundesstaates Mizoram ist mit Bambuswald bedeckt.

Bei der letzten Blüte 1959 hatte die Rattenplage eine Hungersnot ausgelöst, die in dem abgelegenen Bundesstaat zu einem Aufstand gegen die indische Regierung führte. Während der bis 1986 dauernden Revolte kamen etwa 3000 Menschen ums Leben. Die Bundesregierung in Neu Delhi hatte die Warnungen damals als dörflichen Aberglauben abgetan. Die Einheimischen nennen die Hungersnot nach der Bambusblüte "Mautum", was übersetzt "Bambustod" heisst.

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