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Minibar-Angestellte serviert Kaffee in einem SBB-Zug (Archiv)
Politik
Schweiz|21.12.2014

Kaffee könnte laut SBB-Chef als Anreiz eingesetzt werden

BERN - Die SBB will ihre Kunden dazu motivieren, vermehrt Züge ausserhalb der Hauptverkehrszeiten zu nutzen. Das hätte laut SBB-Chef Andreas Meyer auch Auswirkungen auf die Preise: Diese würden bei einer besseren Verteilung der Auslastung weniger stark ansteigen.

Minibar-Angestellte serviert Kaffee in einem SBB-Zug (Archiv)

BERN - Die SBB will ihre Kunden dazu motivieren, vermehrt Züge ausserhalb der Hauptverkehrszeiten zu nutzen. Das hätte laut SBB-Chef Andreas Meyer auch Auswirkungen auf die Preise: Diese würden bei einer besseren Verteilung der Auslastung weniger stark ansteigen.

"Wenn es uns gelingt, die Auslastung noch besser zu verteilen, werden die Preiserhöhungen im Rahmen bleiben, oder wir können uns sogar Preisrunden sparen", sagte Meyer im Interview mit der "NZZ am Sonntag".

Um die Auslastung von wenig genutzten Zügen zu verbessern, könnte die SBB neben preislichen Anreizen auch zu unkonventionellen Mitteln greifen. Er könne sich vorstellen, dass die SBB den Kunden in wenig ausgelasteten Zügen einen Gratis-Kaffee oder einen Gutschein offeriere, sagte der SBB-Chef. "Das ist zwar kein konkretes Projekt, aber in diese Richtung gehen unsere Überlegungen."

Auch sollen die Kunden in Zukunft aktiv darauf hingewiesen werden, wann auf der gewünschten Strecke weniger ausgelastete Züge sind. Der Anstieg der Auslastung konzentriere sich auf gewisse Zeiten und Linien, sagte Meyer. "Dieser Tendenz wollen wir entgegenwirken."

Von "Dichtestress in den Zügen" will Meyer jedoch nichts wissen. Es gebe "nicht einmal zwei Hände voll übermässig ausgelasteter Linien im Fernverkehr". "Wenn in einem Viererabteil schon nur zwei Personen sitzen, haben viele Kunden das Gefühl, sie seien in einem vollen Zug", sagte Meyer.

Preiserhöhungen politisch gewollt

Die jüngsten Preiserhöhungen bei der SBB verteidigt Meyer im Interview. Die Kostensteigerungen seien politisch gewollt. "Wir erhöhen die Preise nicht zum Selbstzweck." Infrastruktur und Unterhalt kosteten mehr als früher angenommen.

Die Trassenpreise seien in vier Jahren um eine Viertelmilliarde Franken gestiegen, das entspreche etwa 50 Prozent. "Die Preise wurden erhöht, weil die Politik will, dass die Nutzerfinanzierung steigt", sagte Meyer.

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