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Vorwurf der Diskriminierung an SBB-Chef Meyer (Archiv)
Politik
Schweiz|09.09.2014

SBB schreibt Auftrag auf Deutsch aus: Waadtländer Regierung erzürnt

LAUSANNE - Die SBB hat mit einer öffentlichen Ausschreibung auf Deutsch den Zorn der Waadtländer Regierung erregt. Die mit dem Projekt verbundenen Anforderungen an die deutsche Sprache seien gegenüber Unternehmen aus dem nichtdeutschen Sprachraum diskriminierend.

Vorwurf der Diskriminierung an SBB-Chef Meyer (Archiv)

LAUSANNE - Die SBB hat mit einer öffentlichen Ausschreibung auf Deutsch den Zorn der Waadtländer Regierung erregt. Die mit dem Projekt verbundenen Anforderungen an die deutsche Sprache seien gegenüber Unternehmen aus dem nichtdeutschen Sprachraum diskriminierend.

Die beiden Staatsräte Philippe Leuba (FDP) und Nuria Goritte (SP) haben SBB-Chef Andreas Meyer am Montag einen Brief geschickt, um diesem ihr "Erstaunen" über die Ausschreibung mitzuteilen, wie das Waadtländer Wirtschaftsdepartement am Dienstag einen Bericht der Westschweizer Tageszeitung "24 heures" bestätigte. Eine Kopie des Schreibens wurde an Bundesrätin Doris Leuthard adressiert.

Die Waadtländer Regierung ist gemäss ihrem Schreiben "erstaunt" darüber, dass die SBB das Projekt auf 26 Seiten auf Deutsch ausgeschrieben hat und für interessierte Firmen aus der Westschweiz lediglich eine Zusammenfassung des Projekts auf sechs Seiten zur Verfügung stand.

Vorwurf der Diskriminierung

Angesichts der verschiedenen Anforderungen an die Kenntnisse der deutschen Sprache habe ein Waadtländer Unternehmen schliesslich das Handtuch geworfen und auf ein Angebot für das 100 Millionen Franken schwere Beschaffungsprojekt verzichtet.

Die SBB sollen nicht nur verlangt haben, dass die Offerte auf Deutsch oder allenfalls Englisch eingereicht wird. Auch hätten alle Verantwortlichen des Projektes den Beweis erbringen müssen, dass sie über gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse verfügen.

Das Prinzip der "Nichtdiskriminierung" sei damit insofern verletzt worden, als Unternehmen aus dem nichtdeutschen Sprachraum klar benachteiligt seien, kritisiert die Waadtländer Regierung.

SBB: Keine Regelwidrigkeiten

Die SBB bestritt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass es bei der Ausschreibung zu Regelwidrigkeiten gekommen sei. Die Auftragsvergabe richte sich nach dem Gesetz über die öffentliche Beschaffung und nicht nach sprachlichen oder regionalen Kriterien. Der grösste Auftrag in der Geschichte der SBB sei an die Firma Bombardier in Villeneuve VD gegangen, rief die SBB in Erinnerung.

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