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Eine Frau twittert in einem SBB-Zug via Smartphone (Archiv)
Politik
Schweiz|02.09.2014

In den Regionalzügen soll der Handy-Empfang besser werden

BERN - Schluss mit schlechtem Handy-Emfpang in der S-Bahn: Die Verbindung beim Telefonieren und Surfen soll auch in Regionalzügen besser werden. Die drei Schweizer Mobilfunkanbieter und die SBB wollen dazu die Züge technisch aufrüsten.

Eine Frau twittert in einem SBB-Zug via Smartphone (Archiv)

BERN - Schluss mit schlechtem Handy-Emfpang in der S-Bahn: Die Verbindung beim Telefonieren und Surfen soll auch in Regionalzügen besser werden. Die drei Schweizer Mobilfunkanbieter und die SBB wollen dazu die Züge technisch aufrüsten.

Für Signalverstärker in knapp 1700 Waggons sowie Aussenantennen sollen bis 2020 insgesamt mehr als 300 Millionen Franken investiert werden.

Voraussetzung für besseren Empfang aus dem Zug und in den Zug ist allerdings, dass sich Bund und Kantone an den Kosten beteiligen, wie Swisscom, Sunrise und Orange sowie die SBB am Dienstag gemeinsam mitteilten. Entsprechende Gespräche mit dem Bund seien im Gang.

Verhandlungen mit Bund und Kantonen

Fest steht, dass das Konsortium InTrainCom, ein Zusammenschluss der Telekom-Anbieter, sowie die SBB je einen Anteil der Kosten tragen. SBB-Sprecher Reto Schärli machte auf Anfrage keine näheren Angaben zu der Aufteilung. Diese seien Gegenstand der Verhandlungen.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigt, dass Gespräche im Gang sind. "Ein Entscheid sollte in den nächsten Monaten fallen", sagte Sprecherin Florence Pictet auf Anfrage.

Weil die Kantone den Regionalverkehr auf ihrem Gebiet bestellen und bezahlen, muss nicht nur mit dem Bund über eine Beteiligung verhandelt werden, sondern auch mit den Kantonen, wie SBB-Sprecher Schärli ausführte.

Für 900'000 Passagiere pro Tag

Rund 900'000 Bahnpassagiere pro Tag sollen dereinst bessere Handy-Verbindungen erhalten. Verstärkt wird laut SBB-Sprecher Schärli das 3G-Signal. Mobiltelefone und Geräte, die via dieses Signal das Internet nutzen, können von der Verbesserung profitieren.

Vorbereitungen für den Einbau der Repeater in die Bahnwaggons sind im Gang: Noch im laufenden Jahr werden die unter anderem auf dem Zürcher S-Bahn-Netz verkehrenden Doppelstockzüge ausgerüstet, ab 2015 alle weiteren Regionalverkehrs- und S-Bahn-Züge. Die von InTrainCom und SBB erarbeitete Lösung gilt für alle Regionalbahnen.

Besser als in Regionalzügen sind die Mobilfunkverbindungen in Fernverkehrszügen. InTrainCom und SBB haben laut Mitteilung 90 Prozent der Flotte mit Repeatern ausgerüstet; bis Ende Jahr sollen alle Wagen ausgerüstet sein. Und bis Ende 2015 will die SBB in rund 100 Bahnhöfen einen Gratis-Zugang ins Internet zur Verfügung stellen.

Aus Sicht von Pro Bahn nötig

Pro Bahn hält die Nachrüstung in den Regionalzügen für nötig. "Das Recht, im Zug zu telefonieren oder das Internet zu nutzen, haben nicht nur jene, die in Fernverkehrszügen unterwegs sind, sondern auch die Passagiere der Züge in den Agglomerationen", sagte Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber.

Die Zahl der Reklamationen bei Pro Bahn über schlechten Empfang in Regionalzügen ist laut Schreiber wegen der in der Regel kurzen Fahrzeiten klein. Dagegen hätten sich einst mehr Menschen wegen schlecht funktionierender Handys in Fernzügen beschwert. Nach den Verbesserungen seien die Reklamationen jedoch zurückgegangen.

Bahnwagen wirken wie ein Faradayscher Käfig, der die Insassen gegen Mobilfunksignale und andere elektromagnetische Felder abschirmt. Damit Handys im Zug benutzt werden können, müssen die Wagen mit Signalverstärkern oder Repeatern ausgerüstet werden, die Signale über eine Aussenantenne am Zug von aussen aufnehmen und verstärken.

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