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Liechtenstein|15.12.2009

Provozierendes Moschee-Flugblatt

VADUZ/SCHAAN/TRIESEN - Überraschung für einige Liechtensteiner: Am Montagmorgen fanden sie in ihrem Briefkasten ein Flugblatt, das "von der ersten Moschee in Liechtenstein" spricht.
Es handelt sich dabei um eine Einladung zu einer Veranstaltung namens «Moschee-Info» am kommenden Donnerstag. Im Vaduzer Vereinshaus soll unter anderem erklärt werden, wie wichtig eine Moschee für die Moslems ist. Und auch andere brenzlige Punkte, wie die Zwangsehe oder die Scharia, die dem Islam angekreidet werden, sollen angesprochen und diskutiert werden. Doch wer hat dieses Flugblatt verschickt?

Dieses Schreiben ist ein Werk der Ahmadiyya-Bewegung, die schweizweit 800 Mitglieder hat. Den Exponenten der Bewegung ist durchaus bewusst, dass es bessere Zeitpunkte gibt, um mit einem Flugblatt zum Thema Islam an die Öffentlichkeit zu treten. Die Diskussion um das Ergebnis der Schweizer Minarett-Initiative ebbt erst langsam ab und in neun Tagen ist schon Weihnachten.

«Interesse ist zu gering»
Doch gerade deshalb hat sich die Ahmadiyya-Bewegung zu diesem Schritt entschlossen: Sie wolle mit diesem Flugblatt, insbesondere mit dem Titel, «provozieren, um dann mehr Menschen informieren zu können», erklärt Awais Tahir gegenüber dem «Volksblatt». Schon seit Anfang Jahr führe sie nämlich Informationsabende zum Thema Islam in Vaduz durch. «Und das Interesse ist zu gering.»Und was ist mit der angesprochenen «ersten Moschee in Liechtenstein»? Abgesehen davon, dass dieser Satz inhaltlich falsch ist - denn in Liechtenstein gibt es längst zwei Moscheen - sei diese «nur ein Wunsch», erklärt Tahir. Ein Gesuch oder ähnliches sei daher nicht eingereicht worden.
Die Ahmadiyya-Bewegung hat bereits 1962 ihre Moschee in der Schweiz gebaut. In Zürich. Gehört zu den Gedankenspielen Tahirs für Liechtenstein auch ein Minarett? «Nein», wehrt der gläubige Moslem ab, für solche Fragen sei es eindeutig zu früh. Und vor allem sei das nicht prioritär. Falls irgendwann ein Ahmadiyya-Gebetsraum - eine Moschee ist ja nichts anderes - in Liechtenstein kommen sollte, «wäre sie für alle da. Für Juden, für Christen, für alle, die zu Gott beten wollen».

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