Hans-Dietrich Reckhaus auf einer der eingerichteten Ausgleichsflächen für Insekten. Der Unternehmer nahm am 17. Mai als Referent am «Green Summit» in Vaduz teil. (Foto: Jelena Gernert)
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Liechtenstein|17.05.2016 (Aktualisiert am 17.05.16 12:53)

Reckhaus im Interview: Vom Insektengift zur Biodiversität

VADUZ - Hans-Dietrich Reckhaus setzt sich für Insekten ein. Ein ungewöhnliches Beschäftigungsfeld für einen Hersteller von Insektenbekämpfungsmitteln. Dem «Volksblatt» erklärt er, wieso er den Schaden seiner Produkte kompensieren will.

Hans-Dietrich Reckhaus auf einer der eingerichteten Ausgleichsflächen für Insekten. Der Unternehmer nahm am 17. Mai als Referent am «Green Summit» in Vaduz teil. (Foto: Jelena Gernert)

VADUZ - Hans-Dietrich Reckhaus setzt sich für Insekten ein. Ein ungewöhnliches Beschäftigungsfeld für einen Hersteller von Insektenbekämpfungsmitteln. Dem «Volksblatt» erklärt er, wieso er den Schaden seiner Produkte kompensieren will.

Volksblatt»: Herr Reckhaus, Ihr Unternehmen vertreibt Mittel zur Insektenbekämpfung, gleichzeitig setzen Sie sich jedoch mit dem Siegel «Insect Respect» für den Schutz von Insekten ein. Was steckt hinter dieser auf den ersten Blick sehr widersprüchlichen Idee?


Hans-Dietrich Reckhaus: Es geht mir um ein Umdenken: Weg von Insektiziden, hin zu ökoneutralen Bioziden. Wir haben uns damit beschäftigt, wie viele und welche Insekten unsere Produkte töten, da dies ja auch einen ökologischen Schaden darstellt. Insekten sind wichtig, und diese Insekten fehlen schlussendlich in der Natur. Deshalb schaffen wir insektenfreundliche Lebensräume, um diesen ökologischen Schaden zu kompensieren. Wir produzieren schon seit 60 Jahren Insektenbekämpfungsmittel und ich selbst leite das Unternehmen in zweiter Generation. Aber ich habe meine Produkte nie infrage gestellt, bis vor vier Jahren zwei Künstler aus St. Gallen mich dazu gebracht haben, das Geschäftsmodell zu hinterfragen. Denn was kaum jemand weiss, ist, dass die Zahl der Insekten in den vergangenen 20 Jahren um rund 20 Prozent abgenommen hat und etwa 40 Prozent aller Arten gefährdet sind. Insekten sind wichtig, wir dürfen nicht mehr so weitermachen. Die Biene hat es schon geschafft und wir arbeiten jetzt für Fliege, Motte, Mücke und Ameise. Wir als Biozid-Hersteller müssen hier vorangehen. Meine Vision für den Markt heisst ganz konkret: Lieber Kunde, setz weniger Biozide ein und wenn du welche einsetzt, dann bitte mit Kompensation. Dies gibt es nur bei uns, und so könnte sich das auch ökonomisch für uns aufgehen.

Sie sagten, Sie hätten berechnet, welche und wie viele Insekten durch ihre Produkte getötet werden. Haben sie hierzu die ganzen 60 Jahre herangezogen?


Nein, das wäre Wahnsinn. Wir haben eine neue Produktlinie entwickelt, die wir jetzt als erste kompensierte und damit ökoneutrale Biozide langsam in den Markt einführen wollen. Langsam, da unsere konventionellen Geschäftspartner, wie
grosse Lebensmittelhändler, noch nicht so weit sind, dass sie ihr Sortiment infrage stellen. Wobei wir erkennen, dass der Konsument durchaus den Wert von Insekten erkennt und seinen Umgang mit Bioziden überdenkt. Deshalb fangen wir jetzt erst einmal mit dem grünen Fachhandel, wie Bio-Geschäften, an. Für diese neuen Produkte schaffen wir insektenfreundliche Lebensräume, und das bereits im Vorfeld. Somit sind die Produkte, bereits bevor sie in den Händen des Endverbrauchers landen, kompensiert.

Das vollständige Interview lesen Sie im „Volksblatt“ vom Dienstag (17.05.2016).

(alb)

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