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Kultur

Interna­tionale Musikakademie mit glanzvol­lem Auftritt

Liechtenstein|09.03.2015

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Kultur

Interna­tionale Musikakademie mit glanzvol­lem Auftritt

Liechtenstein|09.03.2015

VADUZ -Das hohe Fachniveau junger Interpreten sei dank zahlreichen Sponsoren möglich, betonte Drazen Domjanic, letztens auch dank der Alexander S. Onassis Public Benefit Foundation, deren Repräsentanten im Saal waren. Durch das Konzert führten die zwei Schwestern Danae und Kiveli Dörken, die man ebenfalls als Pianistinnen in Liechtenstein kennt. Sie gehören zur wachsenden Anzahl der Stipendiaten und Absolventen der Internationalen Musikakademie aus Nendeln. Dass sich diese Musikinstitution dynamisch entwickelt, bezeugte der kurze Film über das neu gegründete Kammerorchester im Aktivitätsrahmen der Akademie. Unter den Mitgliedern herrscht ein förderndes Arbeitsklima, Freude am Musizieren und die Überzeugung, dass Musik auf hohem Niveau Essenz und Chance für die Zukunft ist. Der Film gab dem Schaaner Publikum einen Überblick über den breiten Fächer externer Tätigkeiten.

Klavier hatte die Oberhand

Dort hatte das Klavier die Oberhand und dominierte das 19. Jahrhundert. Wie Klammern wirkten zwei Werke Felix Mendelssohn-Bartholdys. Zuerst überzeugte der 12-jährige Arsen Dalibaltayan aus Armenien im Rondo mit Technik, lebhaftem Finale und keiner Effekthascherei. Er bot die romantische Dramatik an. Ganz am Konzertende wurde der deutsche Komponist aus Hamburg nochmals im 1. Satz des Klaviertrios Nr. 1. ausgeführt. Das Trio Sara und Andreas Domjanic samt Vid Veljak bot dieses Œuvre in italienisiertem Stil und Cantabile an. Sie betonten vitale Energie, die in diesem Stück mehr mit Agitato als mit Allegro steckt.

«Une larme» («Eine Träne») von Gioacchino Rossini wurde mit Trauer und Intimität vorprogrammiert. Aber das Duo Vid Veljak (Kroatien) und Anna Ulajewa aus der Ukraine vermochten auch optimistischere Klänge zu finden. Die dezente Begleitung führte dank Präzision zum Lichtlein am Ende des traurigen Tunnels. Lyrische Sequenzen endeten mit Humor des italienischen Komponisten. Die beiden deutsch-griechischen Moderatorinnen spielten anschliessend ein Werk des 2014 verstorbenen Autors Manfred Schmitz, der speziell für die beiden Schwestern «Griechenland» schrieb. Im Zentrum steht der berühmte Tanz Sirtaki aus dem Film «Der Grieche Sorbas» (1964). Es war ein Ohrengenuss, ein dramatisierter Dialog auf vier Händen.

Weitere imposante Darbietungen

Dann im Reigen ausnahmslos ausgezeichneter Pianisten glänzte der 14-jährige Robert Neumann im «Mephisto Walzer» von Franz Liszt. Er zauberte metaphysische Unruhe, Herzschläge des Teufels, Euphorie mit Melancholie gemischt, technisches Experimentieren mit erprobten Schattierungen heraus. Der Teufel tanzte in den Noten und Robert Neumanns Finger tanzten virtuos auf den Tasten. Trotz des so jungen Alters versteht er völlig die verkappte Philosophie des Werks.

Mit Klavierbegleitung (Anna Ulajewa) glänzte auf der ganzen Linie die süsse 10-jährige Geigerin Anna Schultsz. Sie bot dynamisch, lyrisch und sentimental ihre eigene Interpretation im Hispanorepertoire («Havanaise» von Camille Saint-Saens) an. Dazu zeigte sie eine perfekte Zusammenarbeit mit der älteren Pianistin. Mediterran wirkte das Werk «Danse rituelle du feu» («Ritueller Feuertanz») des in Cádiz geborenen andalusischen Komponisten Manuel de Falla. Das griechische Temperament der Danae Dörken knüpfte an jenes des berühmten Spaniers an und präsentierte eine persönliche jazzmässige Interpretation.

Am Ende bedankte sich Drazen Domjanic bei zahlreichen Sponsoren, Gönnern für die langjährige Unterstützung. Auch dank ihnen können wir das grandiose Musikniveau in Liechtenstein erleben. (wipi)

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