(Fotos: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|23.01.2021 (Aktualisiert am 23.01.21 11:19)

Thomas Milic: "Die Menschen sagen häufig die Wahrheit"

GAMPRIN-BENDERN - Ab diesem Samstag kann auf volksblatt.li an der Wahlbefragung des Liechtenstein-Instituts teilgenommen werden. Das «Volksblatt» hat mit Thomas Milic, der für die Umfrage mitverantwortlich ist, über die Landtagswahlen und die Herausforderungen solcher Befragungen gesprochen.

(Fotos: Michael Zanghellini)

GAMPRIN-BENDERN - Ab diesem Samstag kann auf volksblatt.li an der Wahlbefragung des Liechtenstein-Instituts teilgenommen werden. Das «Volksblatt» hat mit Thomas Milic, der für die Umfrage mitverantwortlich ist, über die Landtagswahlen und die Herausforderungen solcher Befragungen gesprochen.

«Volksblatt»: Herr Milic, Sie haben bislang in der Schweiz geforscht und sind erst vor zwei Wochen als Forschungsbeauftragter zum Liechtenstein-Institut gestossen. Weshalb hat es Sie ins Fürstentum verschlagen?

Thomas Milic: Die Stelle als Forschungsbeauftragter am Institut hat mich gereizt. Ich habe jahrelang die VOTO-Analysen zu den Abstimmungen in der Schweiz durchgeführt und bin somit auf Wahl- und Abstimmungsforschung spezialisiert. Ausserdem haben Liechtenstein und die Schweiz ähnlich stark ausgeprägte direkt-demokratische Systeme. Insofern ist es – abseits der Grössenverhältnisse – gar nicht so anders. 

Sie haben ja bereits in der Schweiz viele Umfragen durchgeführt. ­Bringen Sie teils neue Methoden und Einflüsse in die Wahlbefragung in Liechtenstein ein?

Das ist noch offen. Die Methodik passt sich eigentlich immer den neuesten Erkenntnissen an. Das war schon in der Vergangenheit so und wird auch in der Zukunft so sein. Die letzte Wahlnachbefragung hierzulande war beispielsweise noch eine klassische Telefonbefragung, dieses Mal findet sie ausschliesslich online statt. Ein grosser Wechsel in der Erhebung, der aktuell weltweit stattfindet. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Erstens ist eine Onlinebefragung massiv kostengünstiger, zweitens ist die Erreichbarkeit der Wählenden durch die Verbreitung des Internets und den Rückgang registrierter Telefonnummern zwischenzeitlich grösser.

Aber eine Telefonbefragung hat einen erhöhten Teilnahmedruck, oder nicht?

Die Hoffnung ist, das durch die erhöhte Reichweite auszugleichen. Ausserdem kann – je nach Thema –dieselbe Zahl an Befragten in wesentlich kürzerer Zeit erreicht werden. Somit können die Daten auch näher am Wahltag ausgewertet werden und nicht, wie bei einer Telefonbefragung, erst Wochen später. Dadurch werden die Ergebnisse auch zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, zu dem die Wahl noch frisch im Gedächtnis ist und noch Interesse besteht. Und natürlich werden die Daten gewichtet, um Verzerrungen entgegenzuwirken und sich einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung anzunähern.

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(sa)

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