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Katrin Hilbe kommt mit dem Stück «Shooter», bei welchem sie bereits für die Uraufführung in New York Regie geführt hat, am Freitag ins TAK.  (Foto: Paul Trummer)
Kultur
Liechtenstein|16.01.2019

«Waffen töten nicht, es sind die Menschen»: Aktuelle Tragik – Katrin Hilbe kommt mit «Shooter» ins TAK

SCHAAN - Die Liechtensteiner Regisseurin Katrin Hilbe lebt und arbeitet in New York. Nun zeigt sie mit «Shooter» eine aktuelle Regiearbeit diesen Freitag im TAK, in ihrer Heimat. In einer Probenpause hat sie sich mit dem «Volksblatt» getroffen.

Katrin Hilbe kommt mit dem Stück «Shooter», bei welchem sie bereits für die Uraufführung in New York Regie geführt hat, am Freitag ins TAK.  (Foto: Paul Trummer)

SCHAAN - Die Liechtensteiner Regisseurin Katrin Hilbe lebt und arbeitet in New York. Nun zeigt sie mit «Shooter» eine aktuelle Regiearbeit diesen Freitag im TAK, in ihrer Heimat. In einer Probenpause hat sie sich mit dem «Volksblatt» getroffen.

«Volksblatt»: Wie ist es für Sie, mit einer New Yorker Produktion, zudem in Englisch, auf die Bühne in Liechtenstein zu kommen?

Katrin Hilbe: Das weiss ich, wenn es dann vorbei ist (lacht herzlich). Ich war aber schon einmal mit einer englischsprachigen Produktion im Land, mit «St. Joan» von England im Gasometer. «St. Joan» war sehr textintensiv und eher ein Performance–Stück. Mit einer Einführung hat das aber sehr gut geklappt und ist sehr positiv aufgenommen worden. Dadurch hatte ich das Zutrauen – zur Infrastruktur, zum Publikum – es noch einmal zu wagen. «Shooter» ist dagegen viel mehr ein Dialogstück, eher «normales» Theater, eine Geschichte wird erzählt. Zumal es ein Thema behandelt, welches – leider – immer wieder aktuell ist.

«Shooter» behandelt die Häufung von Schiessereien in Schulen und in Menschenansammlungen. Wie kamen Sie an dieses Theaterstück?

Theater hat doch immer auch die Aufgabe, sich mit der Welt, der Aktualität auseinanderzusetzen. So wäre es verrückt gewesen, wenn es kein Stück über diese Schiessereien geben würde. «Shooter» von Sam Graber ist über Michael Gnat – einem der Darsteller in der Aufführung – zu mir gelangt. Er wollte eine Lesung organisieren und bat mich, diese zu inszenieren – falls mir der Text denn gefalle. «The rest is history.» Das ist jetzt zwei Jahre her, und in der Zeit haben wir sehr viel am Stück gearbeitet, es hat sich sehr verändert, sowohl die Struktur, die Figuren und das Skript.

Um was geht es denn genau in «Shooter»?

An der Oberfläche dreht es sich um einen verhinderten Amoklauf an einer Schule. Ein Vater wartet vor der Schule auf sein Kind und sieht wie ein Jugendlicher eine Waffe zieht. Er reagiert und erschiesst den Jugendlichen. Was ist er nun? Ein Held, weil er ein Massaker verhindert hat? Warum war er aber auch schon länger und immer wieder vor der Schule? Wer ist dieser Mann? «Shooter» ist ein Stück über Männer und wie sie mit emotionalem Trauma umgehen. Traditionelle Sozialisierung sieht den Mann, auch in Europa, als stark, als aktiv, als Kriegsgewinner, und die Frau daheim bei den Kindern, sie wird beschützt. Das ist heute nicht mehr so, die Frauen haben sich freigeschwommen. Die Funktionsunsicherheit des Mannes hat extrem zugenommen und dies wird untersucht. Dieser Vater hat sich, nach familiären Problemen, in Waffen geflüchtet, er hätte aber auch E–Gitarre lernen und eine Rockband gründen können. Wieso dies alles? Ich habe den Autor gefragt, wie er «Shooter» in einem Satz zusammenfassen würde und er antwortete «It’s about how men fail each other most, when they need each other most». Viel Persönliches passiert, das Stück geht unter die Oberfläche.

Besteht bei solchen Stücken auch die Gefahr von Verherrlichung von Waffen und Gewalt?

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