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Georg Biedermann: «Ein Drittel der TAK-Besucher stammen aus dem Kinder- und Jugendtheater.» (Foto: Michael Zanghellini)
Kultur
Liechtenstein|01.10.2018 (Aktualisiert am 01.10.18 15:04)

«Theater kann einen Grund­s­tein für kul­tu­relle Inter­essen legen»

SCHAAN - Dass Theater nicht nur für Erwachsene eine spannende Erfahrung ist, hat das «Volksblatt» im Gespräch mit Georg Biedermann, dem Leiter Kinder- und Jugendtheater im TAK, erfahren.

Georg Biedermann: «Ein Drittel der TAK-Besucher stammen aus dem Kinder- und Jugendtheater.» (Foto: Michael Zanghellini)

SCHAAN - Dass Theater nicht nur für Erwachsene eine spannende Erfahrung ist, hat das «Volksblatt» im Gespräch mit Georg Biedermann, dem Leiter Kinder- und Jugendtheater im TAK, erfahren.

«Volksblatt»: Herr Biedermann, können Sie sich noch an Ihren ersten Theaterbesuch erinnern?
Georg Biedermann: Gute Frage. Ich glaube, mein erstes Bühnenerlebnis war ein Besuch bei einer Pfadi-Unterhaltung im Vaduzer Rathaussaal. Hierzulande gab es damals noch kein professionelles Theater für Kinder und Jugendliche. Meinen ersten richtigen Theaterbesuch erlebte ich erst viel später als Jugendlicher im TAK.

Und was haben Sie zuletzt auf einer Bühne gesehen?
Erst kürzlich besuchte ich in Berlin eine Voraufführung von «Elektrische Schatten», welche im Januar bei uns zu erleben ist und bei der wir Koproduktionspartner sind. Die Theatergruppe «florschütz & döhnert» möchte mit ihrem Stück Kinder ab vier Jahren für naturwissenschaftliche Phänomene sensibilisieren, was ja auch eine Schnittstelle zu MINT ergibt, und das gelingt ihnen auf ganz einfallsreiche und überraschende Weise.
Ist Theater für Kinder und Jugendliche wichtig?
Selbstverständlich! Theater ist eine besondere Kunstform, denn es ist jedes Mal ein gemeinsames Live-Erlebnis. In welchem anderen Medium bestimmt das Publikum die Atmosphäre und das Gelingen einer Ins­zenierung mit? Warum sollte man dies jungen Menschen vorenthalten? Die heutigen Theaterschaffenden gehen auf aktuelle Themen ein, sie reagieren auf Ereignisse, die auf der Welt passieren. Besonders das Kinder- und Jugendtheater nimmt sein Zielpublikum sehr ernst, indem es seinen Fragen nach der eigenen Identität und seinem Platz in der Gesellschaft nachgeht. Kinder und Jugendliche wollen gefordert werden und das werden sie im Theater. Schauspieler, Performer, Tänzer oder Figurenspieler haben ein Anliegen, zeigen eine Geschichte in vielfältiger Form, mit Poesie, Witz und Ästhetik, oft überraschend und manchmal auch irritierend. Theater hatte immer schon eine Kraft und so wird es auch in Zukunft sein.

Hat das TAK eine starke Schiene für Kinder und Jugendliche ?
Theater für Kinder und Jugendliche legt einen Grundstein für kulturelle Interessen. Ein Drittel der TAK-Besucher stammen aus dem Kinder- und Jugendtheater. Kindergartengruppen und Primarschulen besuchen die Vorstellungen am Vor- oder Nachmittag. Die weiterführenden Schulen nutzen die Angebote zusätzlich am Abend. Für Familien bieten wir ein Kinder- und Jugend-Abo und zu ausgewählten Vorstellungen einen Familiennachmittag/-feierabend an. Und nicht zu vergessen unser TAK-Theaterclub «Die jungen Wilden», der mittlerweile in die 10. Runde geht.

Georg Biedermann im Gespräch mit dem "Volksblatt". (Foto: Michael Zanghel­lini)

Wie stellen Sie das Programm zusammen?
Das Programm wird nach unterschiedlichen Kriterien wie Alter, Genre und Inhalt von mir und meiner Kollegin Gabriele Villbrandt zusammengestellt. Es finden sich Stücke für Kinder ab zwei Jahren und Jugendliche bis 16 Jahren von hoher Qualität auf dem Programm. Die Kinder- und Jugendtheatermacher sind nah dran an den Themen ihres Publikums und wollen zeigen, was sie bewegt, teilweise entstehen ihre Stücke aufgrund von Recherchen mit Kindern und Jugendlichen. Wir sehen vorab viele Aufführungen und stehen im engen Kontakt mit diversen Theatergruppen bzw. -häusern für junges Publikum in ganz Europa. So finden sich im Programm ganz verschiedene Theaterformen und Herangehensweisen. Die Szene für junges Publikum ist sehr innovativ und international gut vernetzt. Durch diese Vernetzung ist es möglich, hochkarätige Produktionen nach Liechtenstein zu holen. Mit einigen Produktionen gehen wir in die Schulen und Gemeinden. Die Reihe «Grimm & Co.» mit Katja Langenbahn startet in die unglaubliche 17. Saison! Das «Klanglabor» wird im Rahmen des Schreibprojekts «Liechtensteiner Geschichten» von Kindern musikalisch umrahmt. Ein weiterer fester Bestandteil des Kinder- und Jugendtheaterprogramms sind Koproduktionen, so z. B. mit der Compagnia Rodisio mit ihrem Stück «Narcissus/Narziss» oder mit Trickster-p aus Novazzano, die eine Installation nach Liechtenstein bringen.

Im TAK wird ja nicht nur gespielt, sondern auch Theatervermittlung geboten. Was heisst das?
Für uns sind es in erster Linie unsere Kontakt-Personen, theaterinteressierte Lehrpersonen, denen wir zwei Mal im Jahr das Programm vorstellen und die es dann in ihre Teams in die Schulen vermitteln. Dann gibt es Möglichkeiten rund um die Vorstellungen, wie Einführungen, Nachgespräche mit Künstlern und Workshops zur Vor- oder Nachbereitung. Darüber hinaus bietet die TAK-Technik auf Anfrage auch einen Blick hinter die Kulissen an, der immer sehr spannend für Kinder und Jugendliche ist.

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