Zunehmende Impfverweigerungen sind in Liechtenstein nicht der Fall. (Bild: SSI)
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Liechtenstein|09.02.2019

Herdenimmunität gegen Masern in Liechtenstein

Eine Ansteckung mit Masernviren kann für Betroffene zu erheblichen Komplikationen führen. Das Masernerkrankungsrisiko in Liechtenstein ist jedoch dank der hohen Durchimpfungsrate sehr gering.

Zunehmende Impfverweigerungen sind in Liechtenstein nicht der Fall. (Bild: SSI)

Eine Ansteckung mit Masernviren kann für Betroffene zu erheblichen Komplikationen führen. Das Masernerkrankungsrisiko in Liechtenstein ist jedoch dank der hohen Durchimpfungsrate sehr gering.

Eine Masernerkrankung ist höchst ansteckend, kann in jedem Alter auftreten und ist nicht ungefährlich. Laut dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) verläuft die Krankheit in zwei Schüben. Der erste mache sich etwa 7 bis 18 Tage nach der Infektion erstmals durch Fieber, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Lichtscheu, oder Entzündung der Schleimhaut im Mund, – oft begleitet von Husten, Schnupfen und Halsschmerzen – bemerkbar. Zwei bis vier Tage später erfolge ein neuer Fieberanstieg, während sich die anderen Symptome verstärken und zusätzlich ein ausgeprägter Hautausschlag erscheint. «Seit der Einführung der Impfung in Europa ist die Zahl der Fälle sehr stark zurückgegangen», weiss Marina Jamnicki Abegg vom Amt für Gesundheit. Dennoch tauchen immer wieder Fälle auf. So kürzlich auch in der Steiermark, als innert zwei Wochen eine Epidemie ausbrach. Gleich 50 Masernkranke, oder zumindest Personen mit Verdacht auf Masern, mussten behandelt werden. Grund dafür seien die zunehmenden Impfrückgänge. Beinahe alle Personen, die nicht geimpft sind, würden bei einem Kontakt mit Masernviren erkranken. Aufgrund der zunehmenden Impfgegner, seien vergangenes Jahr in Europa so viele Personen angesteckt worden, wie es zehn Jahre nicht mehr der Fall gewesen sei, berichtete der Spiegel. Angeblich habe sich die Zahl verdreifacht.

Durchimpfungsrate über 95 Prozent

Dank der hohen Durchimpfungsrate, welche bei über 95 Prozent liege, sei das Erkrankungsrisiko in Liechtenstein aber tief, meint Jamnicki. Bei einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent spreche man von einer sogenannten Herdenimmunität. Das bedeutet, dass auch die Nichtgeimpften Personen geschützt sind, da sich die Viren in der grossen «Herde» der geimpften Personen nicht ausbreiten können. Erst wenn die Durchimpfungsrate unter 95 Prozent sinkt, erhöhe sich das Risiko für nichtgeimpfte Personen. Allerdings haben die Ärzte in Liechtenstein laut Jamnicki keine vermehrten Impfverweigerungen feststellen können. Geimpft werden Masern in Kombination mit Mumps und Röteln; die sogenannte MMR-Impfung, welche zu den Säuglingsimpfungen zählt. «Jede nach 1963 geborene Person sollte sich impfen lassen, falls sie dies noch nicht ist beziehungsweise die Masern nicht hatte. Zwei Dosen einer MMR-Impfung schützen ein Leben lang», erklärt Jamnicki weiter.

Laut dem BAG wurde 2018 in Liechtenstein nur ein Masernfall gemeldet. Die betroffene Person habe sich im Ausland angesteckt. Zuvor habe es in Liechtenstein viele Jahre keinen einzigen Fall gegeben, fügt Jamnicki hinzu. In der Schweiz gab es im vergangenen Jahr vergleichsweise 48 an Masern erkrankte Personen. Um die trügerische Krankheit zu eliminieren, fanden von 2012 bis 2015 europaweite Kampagnen statt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte dazu eine Durchimpfung von über 95 Prozent aller Kinder unter zwei Jahren als Ziel an. In einigen Ländern ist die Ausrottung der Krankheit bereits gelungen – auch in Liechtenstein. Das Ziel gilt nämlich als erreicht, wenn mindestens 12 Monate keine Masernfälle mehr auftauchen, wobei eingeschleppte Fälle nicht dazuzählen.

(rö)

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