(Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|07.02.2019 (Aktualisiert am 07.02.19 18:04)

Inhaber werben weiter für Klinikgebäude in Bendern

VADUZ/BENDERN -Eine Option, welche die Regierung für die künftige Infrastruktur des Landesspitals geprüft hatte, war ein Umzug nach Bendern. Allerdings wären dafür auch An- und Umbauten nötig. Das Angebot der Inhaberin, der Selemad Immobilien Anstalt, diese Arbeiten zu übernehmen und das Gebäude "schlüsselfertig" zu übergeben, sei aber nicht mit den Bestimmungen des Gesetzes über das öffentliche Auftragswesen (ÖAWG). Die Inhaber können dies nicht nachvollziehen und werben weiterhin für den Standort Bendern.

(Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ/BENDERN -Eine Option, welche die Regierung für die künftige Infrastruktur des Landesspitals geprüft hatte, war ein Umzug nach Bendern. Allerdings wären dafür auch An- und Umbauten nötig. Das Angebot der Inhaberin, der Selemad Immobilien Anstalt, diese Arbeiten zu übernehmen und das Gebäude "schlüsselfertig" zu übergeben, sei aber nicht mit den Bestimmungen des Gesetzes über das öffentliche Auftragswesen (ÖAWG). Die Inhaber können dies nicht nachvollziehen und werben weiterhin für den Standort Bendern.

"Die im Bericht und Antrag von der Regierung vertretene Rechtsansicht, dass ein schlüsselfertiger Kauf auf Basis des ÖAWG nicht möglich sei, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr würde dieses Vorgehen eine kosteneffiziente sowie beschleunigte Realisierung ermöglichen, was im Sinne der öffentlichen Hand wie auch der Bevölkerung ist", teilt die Selemad Immobilien Anstalt mit.

Die Spitallandschaft sei derzeit stark in Bewegung, insbesondere in Grabs werde massiv in eine neue Spitalinfrastruktur investiert. "Damit sich die inländische Spitallandschaft künftig im regionalen Wettbewerb behaupten und erfolgreich positionieren kann, ist der Faktor Zeit entscheidend", finden die Verantwortlichen der Selemad Immobilien Anstalt. Im Vergleich zu einer Neubauvariante bedeute der Umzug ein Zeitgewinn von drei bis vier Jahren. "Dies ist ein wesentlicher Vorteil, welcher zugunsten einer frühzeitigen und starken Positionierung am Markt genutzt werden kann", heisst es weiter. Der Standort Bendern biete eine sehr gute Möglichkeit zu einer "raschen, pragmatischen und kosteneffizienten" Erneuerung der Infrastruktur des Landesspitals.

Neben einer Sanierung oder einem Neubau am bestehenden Standort, einem Neubau auf dem "Wille-Areal" oder einem noch unbekannten Grundstück in Vaduz - die favorisierte Variante der Regierung - steht auch die Nutzung des leerstehenden Klinikgebäudes in Bendern, in dem sich einst die in Konkurs befindliche Medicnova Privatklinik befand, zur Option. In der Nutzwertanalyse der Regierung wird diese Variante auf Rang 3 gewertet. Als Vorteil nennt die Regierung zwar ebenfalls die gute verkehrstechnische Erschliessung. Ausserdem sei diese Variante am schnellsten verfügbar. 

Allerdings sei das Gebäude nicht vollständig ausgebaut, mehr als ein ganzes Stockwerk wurde innen im Rohbau belassen. Ausserdem wurde es als Privatklinik für planbare Eingriffe konzipiert und müsste daher für die Nutzung als Landesspital vollständig ausgebaut und baulich erweitert werden. In einen notwendigen Anbau ist die Notfallabteilung inklusive einer geeigneten Zufahrt für den Rettungsdienst vorzusehen. Ebenso müssen weitere Tiefgaragenplätze geschaffen werden. Aufgrund des bestehenden Gebäudes müssten Betriebsabläufe an bestehende Gegebenheiten adaptiert werden. Insgesamt wird mit Kosten für den Kauf sowie den An- und Umbau von rund 68,9 Millionen Franken gerechnet. Das Angebot der Immobiliengesellschaft, das Gebäude «schlüsselfertig» für 56 Millionen Franken beziehungsweise mit Ausstattung und dem Abbruch des jetzigen LLS um 64 Millionen Franken zu übergeben, wäre dagegen nicht mit dem Gesetz über das Öffentliche Auftragswesen vereinbar, da solche Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden müssen.


(red/pd)

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