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Die Wappen Liechtensteins zeugen meist von einer langen, geschichtlichen Entwicklung. (Foto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|23.01.2019

Elf Gemeinden, ein Land - Die Wappen Liechtensteins

VADUZ - Die meisten Gemeinden Liechtensteins tragen ihre heutigen Wappen schon seit mehr als 60 Jahren. Jedes der Symbole steht im engen Zusammenhang mit einer Eigenschaft der Gemeinde oder deren Geschichte. Auch das Wappen des Fürstenhauses zeugt von einer langen Vergangenheit.

Die Wappen Liechtensteins zeugen meist von einer langen, geschichtlichen Entwicklung. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Die meisten Gemeinden Liechtensteins tragen ihre heutigen Wappen schon seit mehr als 60 Jahren. Jedes der Symbole steht im engen Zusammenhang mit einer Eigenschaft der Gemeinde oder deren Geschichte. Auch das Wappen des Fürstenhauses zeugt von einer langen Vergangenheit.

Quiz

Wie gut kennen Sie die Wappen der Liechtensteiner Gemeinden?

Gesehen hat sie schon jeder doch was sie zu bedeuten haben, wissen wohl die wenigsten. Bevor wir jedes Wappen detailliert beschreiben: Testen Sie doch erst einmal Ihr Wissen.

Frage 1 von 11

Balzers: Welches Fabelwesen ist auf dem Balzner Wappen abgebildet?

Gemeinden des Oberlands

(Grafik: Gemeinde Balzers)

Balzers - Die Burgherren der Burg Gutenberg

Der goldene Greif mit roter Zunge und roten Klauen auf blauem Grund, ist eine Anlehnung an die Freiherren von Frauenberg. Diese waren um etwa 1300 die Burgherren auf der Burg Gutenberg in Balzers. Die wohl bekannteste Persönlichkeit dieses Adelsgeschlechts ist der Minnesänger Heinrich von Frauenberg. Die Gemeinde Balzers trägt dieses Wappen seit 1956.

(Grafik: Gemeinde Planken)

Planken - Die Gemeinde am Berghang

Das heutige Wappen verlieh Fürst Franz Josef II. der Gemeinde Planken im Jahre 1943. Der Wappenschild wird diagonal von Weiss und Grün geteilt. In der weissen Hälfte befindet sich ein goldener Stern mit sechs Zacken. Die grüne Hälfte erinnert an die grossen Wiesen der Gemeinde, während der Stern den Himmel über dem Berghang darstellt.

(Grafik: Gemeinde Schaan)

Schaan - Der Rhein und die Landwirtschaft

Das Schaaner Gemeindewappen ist blau-rot und wird durch einen silbernen Mittelstreifen getrennt. Auf der linken Seite befindet sich auf blauem Grund eine goldene Ähre; Sie symbolisiert die Landwirtschaft. Die rechte Hälfte wird von einem silbernen, vierfach-gewellten Fluss waagrecht durchflossen. Diese Seite erinnert an den Rhein. Das Wappen wurde 1948 verliehen.

(Grafik: Gemeinde Triesen)

Triesen - Die Adelsfamilie als Namensgeber

Im Jahre 1956 verlieh Fürst Franz Josef II. der Gemeinde Triesen ihr neues Wappen. Es zeigt drei gleichmässig übereinanderliegende, silberne Sensen auf blauem Grund. Das Wappen erinnert somit an die sogenannten «Edlen von Trisun», dem ortsansässigen Adelsgeschlecht, das der Gemeinde gleichzeitrig auch ihren heutigen Namen gibt.

(Grafik: Gemeinde Triesenberg)

Triesenberg - Gold und blau als Symbol der Walser

Der blaue Schild des Triesenberger Wappens trägt einen goldenen Dreiberg. Darüber schwebt eine goldene Glocke mit Klöppel. Die Farben Gold und Blau erinnern an die eingewanderten Walser der Davoser-Gruppe. Der Dreiberg symbolisiert die Lage der Gemeinde. Die Bedeutung der Glocke kann auf den heiligen Theodul zurückgeführt werden, der 1595 als Patron der Kapelle auf Masescha erwähnt wird. Das heutige Wappen wurde 1955 verliehen.

(Grafik: Gemeinde Vaduz)

Vaduz - Die alte Grafschaft als Residenz des Fürsten

Das heutige Wappen der Gemeinde Vaduz wurde 1978 verliehen. Es besteht aus einem gevierteilten Schild, der zweimal einen roten Fürstenhut auf silbernem Grund und zweimal eine silberne Kirchenfahne auf rotem Grund zeigt. Der Fürstenhut im Wappen steht für Vaduz als die fürstliche Residenz, während die Kirchenfahne an die Grafen von Werdenberg/Sargans erinnert, die die Grafschaft Vaduz im Jahre 1342 gründeten.

Gemeinden des Unterlands

(Grafik: Gemeinde Eschen)

Eschen/Nendeln - Verbindung zum Kloster in Pfäfers

1942 erhielt Eschen ihr neues Gemeindewappen, das eine silberne Taube auf blauem Grund zeigt. Die Taube hält einen roten Holzspan im Schnabel und schwebt über dem silbernen Wellenband der Esche. Der blutige Span im Schnabel ist eine Anlehnung auf die Gründungslegende des Klosters Pfäfers, das bis 1838 die Pfarrpfründe der Gemeinde Eschen-Nendeln erhob.

(Grafik: Gemeinde Gamprin)

Gamprin/Bendern - Der ritterliche Wohnort am Rhein

Die Grundlage für das 1958 verliehene Wappen bildet ein blauer Schild. Dieser wird von links nach rechts diagonal von einem goldenen Wellenband durchzogen, das den Rhein symbolisiert. Ober- und unterhalb des Bandes befindet sich jeweils eine weiss-goldene Rose. Die Rosen sind an das Wappen der Ritter von Limbach angelehnt, die die Besitzer des Pfarrhauses waren.

(Grafik: Gemeinde Mauren)

Mauren/Schaanwald - Petrus und Paulus als Gemeindepatrone

Das Wappen der Gemeinde Mauren trägt die Farben Schwarz und Gold und wird diagonal durchteilt. Die Einfärbung erinnert an die damalige Zugehörigkeit zur Herrschaft Schellenberg. In der linken, also der schwarzen Wappenhälfte, kreuzt sich ein goldenes Schwert mit einem goldenen Schlüssel. Diese Symbole stellen das Patrozinium der Gemeinde dar: Petrus und Paulus. Mauren trägt das Wappen in dieser Ausführung schon seit 1958.

(Grafik: Gemeinde Ruggell)

Ruggell - Der Sieg über die Naturgewalt Rhein

Im August des Jahres 1956 erhielt die Gemeinde Ruggell vom damaligen Fürsten ihr heutiges Wappen. Der Schild trägt die Landesfarben des Fürstentums: Rot und Blau. Die goldene Ähre mit jeweils einem Blatt an der Seite, stellt den Sieg der Bauern über den einst gefürchteten Rhein dar, der nun eingedämmt in zwei silberne Bänder in Blau unter der Ähre vorbeifliesst.

(Grafik: Gemeinde Schellenberg)

Schellenberg - Ein Wappen mit langer Geschichte

Fürst Franz Josef II. verlieh Schellenberg 1940 ihr heutiges Wappen. Es ist an das Adelswappen der Herren von Schellenberg angelehnt, so wie es 1340 in die Zürcher Wappenrolle eingetragen wurde: Waagrecht gevierteilt mit jeweils schwarz-gelber Einteilung. Die untere Hälfte ist mit einem Zinnenkranz versehen. Das soll an die beiden Burgen auf dem Eschnerberg erinnern.

Das Staatswappen

(Grafik: Regierung des Für­stentums Liechten­stein)

Das Stammwappen des Hauses Liechtenstein ist gleichzeitig auch das offizielle Staatswappen des Fürstentums Liechtenstein. Der Schild ist gevierteilt und hat eine eingepfropfte Spitze. Im Feld links oben befindet sich ein schwarzer Adler, der mit einem silbernen Kleeblattmond belegt ist. Er symbolisiert die Region Schlesien, die grösstenteils in Polen liegt. Das Feld oben rechts ist achtmal in Gold und Schwarz gestreift und wird von einem grünen Rautenkranz durchkreuzt. Dieses Feld stellt das alte Wappen der Kuenringer dar, ein österreichisches Adelsgeschlecht, das 1594 ausstarb. Unten links ziert das Wappen ein Feld, das von rot und silber in der Hälfte durchtrennt wird. Es steht für für das Herzogtum Troppau im heutigen Tschechien. Im letzten Viertel des Wappens, unten rechts, befindet sich ein schwarzer Jungfernadler. Er trägt eine goldene Krone und ist goldfarben bewehrt. Dieser Jungfrauenadler steht für das Wappen der Grafschaft Rietberg in Westfalen. Die untere Spitze des Stammwappens bildet ein goldenes Jagdhorn auf blauem Grund. Es symbolisiert somit das Herzogtum Jägerndorf, welches sich – gleich wie das Herzogtum Troppau – heute auf tschechischem Boden befindet. Das eigentliche Wappen des Fürstenhauses liegt aber in der Mitte des Herzschildes: Es ist gelb-rot geteilt. Der Wappenschild ist von einem purpurnen Umhang umgeben, der auf der Innenseite mit Hermelinfell gefüttert ist. Der Fürstenhut krönt den Mantel und somit auch das Stammwappen.

Das kleine Staatswappen

Oftmals findet man aber auch eine stark vereinfachte Version des grossen Wappens. Es wurde im Jahre 1957 eingeführt und ziert zum Beispiel die Autokennzeichen oder auch die Ortsschilder der Gemeinden und Weiler. Anders als im grossen Staatswappen, steht das gold-rote Fürstenwappen hier nicht alleine, sondern wird vom Fürstenhut gekrönt.

(mw)

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