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Migration und Globalisierung sind die Hauptgründe für den Sprachwandel.  (Foto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|23.01.2019

Scheidgraben als Grenze, die kaum jemand freiwillig überschritt

Das «Volksblatt» hat sich auf die Spuren der Liechtensteiner Mundart begeben. Es stellte sich heraus, dass die Vereinigung der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg auch Einfluss auf den Dialekt hat.

Migration und Globalisierung sind die Hauptgründe für den Sprachwandel.  (Foto: Michael Zanghellini)

Das «Volksblatt» hat sich auf die Spuren der Liechtensteiner Mundart begeben. Es stellte sich heraus, dass die Vereinigung der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg auch Einfluss auf den Dialekt hat.

Wie ist es zu diesen verschiedenen Liechtensteiner Dialekten eigentlich gekommen und wie viele gibt es davon überhaupt? Sind es zwei? Drei? Oder sogar elf? Oder noch mehr? Der Begriff Dialekt lasse sich nicht einheitlich definieren, meint Roman Banzer, Dozent an der Universität Liechtenstein und Autor des Buches «Die Mundart des Fürstentums Liechtenstein». Es komme natürlich darauf an, wie viele Unterschiede herrschen müssen, damit wieder von einem neuen Dialekt gesprochen werden kann. Lässt man alle Feinheiten ausser Acht, so kann schnell von mindestens zwei Dialekten ausgegangen werden, nämlich einem Unterländer- und einem Oberländerdialekt. Die meisten Liechtensteiner würden dann aber wahrscheinlich doch eher auf drei Dialekte schliessen, schliesslich grenzt sich der Triesenberger von den anderen Liechtensteiner Dialekten ziemlich stark ab. Ein Experte könne jedoch Unterschiede in allen Gemeinden des Landes heraushören, so gibt es sogar minimale Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterschellenberg.

In Liechtenstein wurde aber nicht immer deutsch beziehungsweise die heutige Mundart gesprochen. Um den Ursprüngen unserer heutigen Sprache auf die Spur zu kommen, muss bis ins Jahr 400 vor Christus zurückgegangen werden, als hierzulande rätisch gesprochen wurde. Mit der Übersiedlung der Römer wurde aus dem Rätischen das Rätoromanisch, das bis etwa 800 nach Christus in Liechtenstein gesprochen wurde und heute noch in Teilen Graubündens gesprochen wird. Erste alemannische Dialekte kamen durch die Völkerwanderungen, welche ab 400 nach Christus in ganz Europa stattfanden, ins Land. «Vergleicht man einerseits die Völkerwanderung um 400 nach Christus und andererseits die Situation in der heutigen Zeit, so lassen sich eindeutige Parallelen erkennen. Wenn die Menschen in Not und unter Druck geraten, dann wandern sie, das war schon immer so», meint Banzer.

«Die Walser haben der deutschen Sprache im Land endgültig zum Durchbruch verholfen.»

Roman Banzer, Dozent Universität Liechtenstein

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(rö)

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