Der ehemalige Radio L-Intendant Martin Matter wurde im September fristlos entlassen. (Archivfoto: ZVG)
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Liechtenstein|09.01.2019 (Aktualisiert am 09.01.19 12:28)

Radio L vor Gericht: Ex-Intendant soll 72'500 Franken erhalten

VADUZ - Das Zivilgericht hat dem ehemaligen Intendanten des Landessenders, Martin Matter, nach seiner fristlosen Entlassung 72'500 Franken zugesprochen, wie LRF-Verwaltungsrat und Verteidiger Manuel Walser gegenüber dem "Volksblatt" bestätigt hat.

Der ehemalige Radio L-Intendant Martin Matter wurde im September fristlos entlassen. (Archivfoto: ZVG)

VADUZ - Das Zivilgericht hat dem ehemaligen Intendanten des Landessenders, Martin Matter, nach seiner fristlosen Entlassung 72'500 Franken zugesprochen, wie LRF-Verwaltungsrat und Verteidiger Manuel Walser gegenüber dem "Volksblatt" bestätigt hat.

Am 11. September wurde der damalige Radio-L-Intendant Martin Matter vom Verwaltungsrat des Liechtensteinischen Rundfunks (LRF) fristlos entlassen. Ungerechtfertigt, behauptet dieser. Deswegen hatte er Klage erhoben, um die Lohnzahlungen einzufordern, die ihm bei einer ordentlichen Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist zugestanden hätten. Seine Forderung umfasst neun Monatslöhne. Das Zivilgericht hatte sich Mitte Dezember mit dem Fall beschäftigt. Details, wie die fristlose Kündigung zustande gekommen war, wurden dabei nicht bekannt. Der Richter war sich damals der Sache sicher und hat die Verhandlung nach wenigen Minuten beendet - mit Verweis, dass das Urteil den Streitparteien schriftlich zugestellt werde. Dieses ist nun verschickt worden. Das Zivilgericht hat entschieden, dass Martin Matter sechs Monatslöhne, sprich 72'500 Franken, erhalten soll. Gemäss Manuel Walser seien für den Fall eines allfälligen negativen Prozessausgangs von Radio L bereits entsprechende Rückstellungen gebildet worden. Zudem gibt es noch den Gang zur zweiten Gerichtsinstanz. Die Frist zur Einreichung eines Rechtsmittels läuft Ende Januar ab, wie Manuel Walser sagt. "Ob Radio L das Urteil mit einer Berufung anfechten wird, steht noch nicht fest." Der Verwaltungsrat möchte sich in den nächsten zwei Wochen damit beschäftigten. Denn laut Manuel Walser habe der Richter in seinem Urteil nicht alle Fakten berücksichtigt - etwa, dass eine Anhäufung von Fehltritten passiert sei und es beim ehemaligen Intendanten nicht um einen gewöhnlichen Mitarbeiter handle, sondern um einen Kadermitarbeiter, dessen Treuepflichten stärker hätten gewichtet werden müssen. So sei der Verwaltungsrat nach wie vor der Meinung, dass er mit der fristlosen Kündigung den richtigen Weg beschritten habe.

Martin Matter sagte indes gegenüber Radio L, dass er seinen Weiterzug des Urteils davon abhängig mache, ob Radio L in Berufung gehe oder nicht. Sollte dies der Fall sein, werde sich Matter den Gang an das Obergericht ebenfalls überlegen, wie Radio L berichtet. Ansonsten sei er an einer schnellen Beendigung des Rechtsstreits interessiert.

(hm)

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