Die grossen Schneemengen wurden problemlos beseitigt. (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|08.01.2019 (Aktualisiert am 08.01.19 18:10)

Wetter hält Schneeräumer auch in den nächsten Tagen auf Trab

Der lang ersehnte Schnee ist endlich da. Für die einen bedeutet dies Skifahren und Schlitteln, für die anderen Arbeit. Rund 45 Personen waren alleine vergangenes Wochenende für den Winterdienst auf Landesebene im Einsatz.

Die grossen Schneemengen wurden problemlos beseitigt. (Foto: Paul Trummer)

Der lang ersehnte Schnee ist endlich da. Für die einen bedeutet dies Skifahren und Schlitteln, für die anderen Arbeit. Rund 45 Personen waren alleine vergangenes Wochenende für den Winterdienst auf Landesebene im Einsatz.

Vergangenes Wochenende fiel eine unzählige Menge an Schnee, wie es Liechtenstein diesen Winter noch nicht gesehen hat. Der Winterdienst war glücklicherweise vorbereitet: Dank der guten Organisation und der sehr guten Vorbereitung, konnten die grossen Schneemengen auf den Strassen problemlos beseitigt werden, informierte Rony Bargetze vom Amt für Bau und Infrastruktur (ABI): «Unter der Woche beginnen wir mit den Räumarbeiten jeweils zwischen fünf und sechs Uhr morgens, an den Wochenenden um sieben Uhr.» Doch wer sind diese Helfer, die in aller Herrgottsfrühe aufstehen, um in Dunkelheit und Kälte die Strassen für uns freiräumen? Gemäss Bargetze sind von den 45 Arbeitern, die am Wochenende für den Winterdienst auf den Landstrassen im Einsatz waren, 25 Personen fest beim Amt angestellt – bei den anderen 20 Helfern handelt es sich um private, externe Transportunternehmer. Bei der Vorgehensweise handelt es sich um eingespielte Mechanismen. «Die Unternehmer können nicht selbst entscheiden, wann sie Räumarbeiten tätigen. Der Winterpikettdienst entscheidet, wann diese bei der Schneeräumung mithelfen müssen», so Bargetze.

Um der Glatteisgefahr entgegenzuwirken, verwendet der Winterdienst Salz oder Sole. Während es sich bei ersterem um ganz normales Natriumchlorid, wie man es täglich in der Küche verwendet, handelt, ist Sole ein Salz-Wasser-Gemisch. Dieses wird nass auf die Strassen gespritzt und kann somit besser und länger haften. Bei Möglichkeit wird diese Variante laut Bargetze vorgezogen, da sie schneller beim Auftauen wirkt und ausserdem salzsparender ist. Das Salz müsse an schneereichen Tagen bis zu drei Mal nachgeladen werden.

Kosten pro Jahr variieren extrem

Wie viele Tonnen Salz in diesem Winter bis jetzt verwendet wurden, kann Bargetze aber noch nicht sagen. In den vergangenen Jahren wurden aber mindestens 600 Tonnen Salz pro Jahr gestreut. Die Kosten an einem Tag mit sehr viel Schnee belaufen sich auf 30 000 bis 40 000 Franken. Wie «teuer» der Winterdienst im Jahr insgesamt ist, lässt sich schwer vorhersagen und ist stark wetterabhängig. So waren beispielsweise für 2018 insgesamt 650 000 Franken für den Winterdienst budgetiert. Der Landtag genehmigte im Herbst jedoch einen Nachtragskredit von zusätzlichen 200 000 Franken. Im entsprechenden Bericht und Antrag (BuA) wurde dies mit den Witterungsverhältnissen im Frühjahr 2018 begründet. Der viele Schnee hatte das Budget damals schon fast aufgebraucht. Wie unterschiedlich die Winter ausfallen können, geht ebenfalls aus dem BuA hervor: So kostete der Winterdienst 2017 insgesamt gut eine Million Franken, im schneearmen 2014 waren es dagegen nur 546 000 Franken.

Das ABI ist jedoch nur für die Landstrassen verantwortlich. Für die Gemeinde- und Quartierstrassen sind jeweils die betroffenen Gemeinden zuständig. Die Privatwege, die zu den Strassen führen, stehen allerdings unter Beaufsichtigung der Grundeigentümer. Dieser muss darauf achten, dass der Zutritt zu seinem Haus sicher und frei von Gefahren ist. Der Mieter muss sich nur um die Schneeräumung kümmern, wenn dies im Mietvertrag so vereinbart wurde.

Manchmal kommt es zwischen den Winterdienstlern und Privaten trotzdem zu Missverständnissen – etwa wenn der Schnee vom Pflug der Schneeräumfahrzeuge auf der frisch geräumten Hauseinfahrt landet (siehe Seite 4). Bargetze zeigt für den Ärger der Hausbesitzer zwar Verständnis, dies lasse sich jedoch nicht immer vermeiden, erklärte er gegenüber Radio L: «Wo immer es möglich ist, pflugen wir den Schnee auf die Seite, wo keine Hauseinfahrten sind – das ist aber nicht in allen Fällen möglich.»

Schnee erwartet

Fest steht aber, dass die Schneeräumarbeiter dieses Jahr noch weiterhin gefordert werden, ist sich auch Bargetze sicher. Der Winter hat schliesslich erst begonnen. Auch heute werden gelegentliche Schneeschauer erwartet, wodurch sich eine dünne Schneedecke bilden kann. In den Bergen stauen sich gemäss Meteonews allerdings die Wolken und es schneit langanhaltend. So ergeben sich im zentralen und östlichen Alpennordhang Neuschneemengen von 40 bis 70 Zentimeter. Morgen lässt der Schneefall ein wenig nach und die Schneefallgrenze steigt somit auf 700 bis 1000 Meter an.

(rö)

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