Martina lernte im Flug-Simulator der VR-Motion fliegen. (Foto: ZVG)
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Liechtenstein|04.01.2019

Martina Gassner: «Für meinen Job spiele ich in meiner Freizeit bis zu 20 Stunden»

SCHAAN - Martina Gassner ist Digital Redakteurin beim SRF, dort berichtet sie hauptsächlich über Videospiele. Ihr Alltag im SRF ist von vielen Highlights gezeichnet, beispielsweise hat sie sich über einen Flugsimulator das Fliegen beigebracht. Im «Volksblatt»-Gespräch erzählt Sie vom «Spielen als Beruf».

Martina lernte im Flug-Simulator der VR-Motion fliegen. (Foto: ZVG)

SCHAAN - Martina Gassner ist Digital Redakteurin beim SRF, dort berichtet sie hauptsächlich über Videospiele. Ihr Alltag im SRF ist von vielen Highlights gezeichnet, beispielsweise hat sie sich über einen Flugsimulator das Fliegen beigebracht. Im «Volksblatt»-Gespräch erzählt Sie vom «Spielen als Beruf».

«Volksblatt»: Frau Gassner, wie sind Sie dazu gekommen Gaming-Redaktorin zu werden?«Volksblatt»: Frau Gassner, wie sind Sie dazu gekommen, Gaming-Redaktorin zu werden?

Martina Gassner: Alles hat damit angefangen, dass ich in Luzern «Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften» studiert habe. Davor habe ich ein Praktikum bei «Radio L» gemacht, dass mir sehr gut gefallen hat. Weswegen ich am Anfang meines Studiums auch bewusst nach so einer Stelle Ausschau gehalten habe und beim «Radio 3fach» dann gefunden habe. Bei «Radio 3fach» handelt es sich ein Unikum Radio. Das sind Radios für junge Leute, von denen es in jeder grösseren Stadt eines gibt. Man verdient zwar wenig bis gar nichts aber man kann sehr viel Erfahrung sammeln. Dort gab es die Sendung «Spielgruppe» für Videospiele. Ein Thema, das mich schon immer gefesselt hat. Mein Vater hat ein Computergeschäft und alles immer mitgebracht, was irgendwie herrumlag. Ich bin also mit Videospielen aufgewachsen. 

In meiner Zeit bei «Radio 3fach» waren wir stets zu zweit in der «Spielgruppe». Bei zwei Spielpräsentationen pro Woche blieben also rund fünfzig der hundert Spiele an mir hängen. Ein sehr straffes Programm neben dem Studium – auch wenn es viel Spass gemacht hat. Im Jahr 2013 habe ich dann zu Radiojournalismus bei SRF Virus gewechselt, da hier die lange Vorbeitungszeit entfiel. Seit 2016 habe ich dann intern zum Digital Team gewechselt. Dann war ich eine Zeit lang für beide tätig, seit Anfang diesen Jahres bin ich ausschliesslich im Digital Team. 

Sie machen aber aktuell beim SRF immer noch Radio-Beiträge?

Ja, natürlich, aber ich bin keine Moderatorin mehr. Ich sitze jetzt nicht mehr vier Stunden im Radiostudio und warte. Es ist schon ein grosser Unterschied, denn bei den Unikum Radios wurde nicht zwischen Moderation und Redaktion unterschieden – was ich immer als sinnvoll empfand. Ich glaube, die Moderation gelingt am besten, wenn du das Thema selbst aufgearbeitet hast. Die Trennung von Redaktion und Moderation ist ein Denkfehler, den die grossen Medien machen. Ich habe mich anfangs zwar für die Moderation entschieden, musste mir aber nach ein paar Jahren eingestehen, dass es die falsche Entscheidung war. Am liebsten würde ich beides machen. 

Bei Ihren Livestreams haben Sie aber schon eher einen Schweizer Dialekt?

Ich habe beim «Vaterland» und bei «Radio L» ein Praktikum gemacht und jedesmal wurde mir gesagt, dass ich mit meinem Dialekt erst gar nicht daran denken solle,  zum SRF zu gehen. Das stimmt einfach nicht. Anfangs wollte ich den Schweizer Dialekt nicht annehmen und so habe ich in einem sehr breiten Liechtensteiner Dialekt in Luzern moderiert. Da auch ein paar Liechtensteiner in Luzern studieren oder leben, war es lustig, als die dann im Studio standen und mich gefragt haben, was ich denn hier mache.

Es hat ein bis zwei Jahre echt gut funktioniert, aber gleichzeitig haben die  Menschen viel nachgefragt und ich musste ganze Sätze wiederholen. Trotzdem habe ich es durchgezogen. Bis ein Live-Gast im Radio total ausgeflippt ist, schliesslich sind wir hier in Luzern und man solle ihm jemanden bringen, den er auch versteht. Das war mir dann damals echt peinlich. Danach habe ich angefangen, mich sprachlich zu integrieren und seither ist mein Berufsleben viel einfacher geworden. Wenn ich jetzt aber ins Land komme motzen alle wegen meines Schweizer Dialekts. Jetzt bin ich eben überall der Ausländer. 

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