(Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|19.12.2018 (Aktualisiert am 19.12.18 17:51)

Beziehungstat in Schaan: Verhandlung vertagt

VADUZ - Der 29-jährige Liechtensteiner, der im Juni seine Ehefrau im Rösle in Schaan schwer verletzt haben soll, musste sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Zu einem Urteil kam es allerdings noch nicht: Eine Zeugenaussage steht noch aus.

(Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Der 29-jährige Liechtensteiner, der im Juni seine Ehefrau im Rösle in Schaan schwer verletzt haben soll, musste sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Zu einem Urteil kam es allerdings noch nicht: Eine Zeugenaussage steht noch aus.

Gemäss Anklageschrift hat der Beschuldigte seiner Ehefrau zwischen 2 und 3 Uhr auf dem Weg von der Gapetschstrasse bis zum Feldweg "Im Rösle" mehrfach ins Gesicht geschlagen und sie dabei verletzt. In einer zweiten Tatphase um ca. drei Uhr habe der alkoholisierte Mann das Opfer zudem mit Faustschlägen ins Gesicht und Schlägen mit einem stabförmigen Gegenstand am Körper geschlagen. Ausserdem soll er sie gewürgt und zu Fall gebracht haben. Der mutmassliche Täter habe seiner lebensgefährlich verletzten Frau keine ärztliche Hilfe geleistet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte dabei den Tod der Frau bedingt vorsätzlich in Kauf genommen hat. Deshalb habe er das Verbrechen des versuchten Mordes durch Unterlassung zu verantworten. Ausserdem muss er sich wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen, einfacher Körperverletzung und einer Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz vor Gericht verantworten. Erst um 5 Uhr wurde das Opfer schliesslich von einer Passantin bemerkt, die auch die Rettung alarmierte.

Vor Gericht zeigte sich der 29-Jährige teils geständig. Er beteuerte, dass er seine Frau nicht so schwer verletzen wollte, er habe einen "Aussetzer" gehabt. Nicht schuldig bekannte er sich jedoch bezüglich des Vorwurfs des Mordes wegen Unterlassung. Ebenfalls glaubt er, dass die Tat erst um 4 Uhr geschehen sei und seine Frau nicht mit einer stabförmigen Waffe geschlagen hatte. Allerdings konnte er sich an viele Vorgänge auch nicht mehr erinnern.

Seine Frau zog sich beim Aufprall auf den Boden ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu, sie ist halbseitig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Im Video von ihrer Vernehmung im August, das am Mittwoch ebenfalls vor Gericht gezeigt wurde, kommunizierte sie per Handzeichen. Daumen runter - also Nein - zeigte die 26-Jährige bei der Frage, ob sie sich an die Tat erinnern kann. Sie wollte ausserdem nicht gegen ihren Mann aussagen, und fragte im Anschluss der Befragung, wie sie den Angeklagten erreichen könnte.

"Ich habe eine lebenslange Haftstrafe für das, was ich meiner Frau angetan habe, verdient", kommentierte der Angeklagte anschliessend das Video der Befragung. Ob es so weit kommen wird, ist noch unklar. Am 23. Januar soll noch jene Zeugin vor Gericht vernommen werden, die die beiden gefunden hat und anschliessend die Rettung alarmiert hat. Dem mutmasslichen Täter droht im Falle eines Schuldspruches eine Freiheitsstrafe von 10 bis 20 Jahren oder gar eine lebenslange Haftstrafe.

(df)

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