Von Gefängnis zu Gefängnis: Mit dem Aufenthalt in Liechtenstein will der 41-jähriger Angeklagte seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen.  (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|07.12.2018

Späte Einsicht: Die Drogensucht mit Einbrüchen finanziert

VADUZ - Mit Verspätung musste am Donnerstag ein 41-Jähriger vor dem Landgericht für seine Straftaten im Jahr 2015 geradestehen. Seitdem habe er sich geändert und sei einsichtig geworden. Einer Strafe entkam er jedoch trotzdem nicht.

Von Gefängnis zu Gefängnis: Mit dem Aufenthalt in Liechtenstein will der 41-jähriger Angeklagte seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen.  (Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Mit Verspätung musste am Donnerstag ein 41-Jähriger vor dem Landgericht für seine Straftaten im Jahr 2015 geradestehen. Seitdem habe er sich geändert und sei einsichtig geworden. Einer Strafe entkam er jedoch trotzdem nicht.

Lang ist es her, seitdem der 41-jährige Angeklagte zur Finanzierung seiner Drogensucht 2015 in Häuser Schaan und Gamprin einstieg. In diesen drei Jahren hatte er genügend Zeit darüber nachzudenken, denn seit Juli 2017 sass er zuerst in der Schweiz und danach in Deutschland hinter Gittern. Mit seiner Entlassung im August 2018 wurde er nach Liechtenstein überstellt. Nun musste er sich hierzulande für drei Einbrüche verantworten. Bereits im Juni 2015 stieg er in Gamprin in zwei Wohnungen ein, indem er das Schloss aus der Türe brach. Fündig wurde er jedoch nur in einer Wohnung, wo er Bargeld, Uhren und Schmuck im Wert von 800 Franken entwendete. Etwas mehr Erfolg hatte er im Oktober 2015 in Schaan. Dort stahl er drei Pelzmäntel und mehrere Wertgegenstände im angegebenen Wert von rund 28 200 Franken. Im Gegenzug liess er jedoch seine Trinkflasche – inklusive DNA-Spuren – am Tatort zurück.

Für ein paar Gramm Drogen

Auch sonst brachte ihm dieser Einbruch wenig, denn das Diebesgut aus Schaan tauschte er in Deutschland gegen Drogen im Wert von ungefähr 350 Franken ein. Von Heroin bis Substitionsmitteln habe er in dieser Zeit nahezu alles konsumiert, erklärte der Angeklagte. Die Sucht und der folgende Gefängnisaufenthalt kosteten ihn laut eigener Aussage seinen Job als Bauarbeiter. Es habe damit nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Frau und seiner beiden Söhne zerstört. Dies sei ihm während seines «kalten Entzugs» hinter Gittern bewusst geworden, erklärte der 41-Jährige und bekannte sich schuldig.

Er habe einen Fehler gemacht und möchte einfach wieder zurück nach Hause. Drogen und Diebstähle werde er hinter sich lassen und wieder auf der Baustelle arbeiten. Dies unterstrich auch sein Anwalt: Die damaligen Beweggründe für die Einbrüche seien nach dem Entzug weggefallen, so der Verteidiger und plädierte für ein mildes Urteil. Der Angeklagte habe sich gewandelt und bereits Pläne für die Zukunft geschmiedet.

Noch gut zwei Monate in Haft

Nach einer kurzen Beratung fällte der Senat auch schon sein Urteil. Da die Taten noch vor seinen Gefängnisaufenthalten für ähnliche Verbrechen begangen wurden, war von Anfang an klar, dass es sich nur um eine Zusatzstrafe handeln kann. Während seine Vorstrafen die Strafe nach oben drücken würden, komme dem 41--Jährigen vor allem sein volles Geständnis zugute, begründete der Richter den Urteilsspruch. Auch glaube, er nicht, dass trotz den angegebenen rund 28 000 Franken Diebesgut, die Wertgrenze einer Deliktssumme 5000 Franken tatsächlich überschritten wurde.
Schlussendlich wurde er zu 18 Monaten Haft verurteilt. 12 davon wurden ihm jedoch bedingt auf drei Jahre nachgesehen. Dies sei laut Gericht mit dem Ziel geschehen, ihn von weiteren Straftaten abzubringen. Nach Anrechnung der bisherigen Untersuchungshaft ist der Angeklagte somit spätestens Mitte Februar wieder auf freiem Fuss und kann zu seiner Familie zurückkehren.

(sa)

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