Die Veranstalter kommen den Wagenbauvereinen entgegen: Wagenbauer dürfen künftig wieder Musikanlagen an der Aussenseite anbringen. (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|08.11.2018

Kompromiss: Aussenbeschallung an Umzugswagen wieder erlaubt

SCHAAN - Nachdem im Vergangenen Jahr ein neues Wagenbau-Reglement erlassen worden war, das unter anderem die Aussenbeschallung an Umzugswagen verbietet, werden nun die Vorschriften ab der kommenden Saison wieder gelockert.

Die Veranstalter kommen den Wagenbauvereinen entgegen: Wagenbauer dürfen künftig wieder Musikanlagen an der Aussenseite anbringen. (Foto: Paul Trummer)

SCHAAN - Nachdem im Vergangenen Jahr ein neues Wagenbau-Reglement erlassen worden war, das unter anderem die Aussenbeschallung an Umzugswagen verbietet, werden nun die Vorschriften ab der kommenden Saison wieder gelockert.

Im August des vergangenen Jahres veröffentlichten die Fasnachtsveranstalter Schaan und Vaduz ein neues Reglement für Umzugswagen. Dieses Regelblatt nahmen Wagenbauvereine jedoch mit gemischten Gefühlen auf, da es neben neuen Sicherheitsauflagen auch das Verbot von Aussenbeschallung sowie eine Obergrenze des erlaubten Lärmpegels beinhaltete. Missverständnisse in den einzelnen Vereinen führten dazu, dass einige Gruppen während der Fasnachtsumzüge aus Trotz ohne jegliche Musik, teils sogar mit Protestschildern, an den Veranstaltungen teilnahmen. Dabei wäre laut dem gültigen Reglement eine Innenbeschallung von bis zu 93 Dezibel erlaubt gewesen, wie Arthur Wenaweser, Mitglied der Narrenzunft Schaan, im Gespräch mit dem «Volksblatt» erklärt. «Wir hatten definitiv nicht damit gerechnet, dass das neue Reglement für solch einen Aufschrei sorgen würde», sagt Wenaweser. Pünktlich zum Fasnachtsbeginn wurde die Regelung nun aber zu Gunsten der Wagenbauer angepasst.

«Wir hatten definitiv nicht
damit gerechnet, dass das neue Reglement für solch
einen Aufschrei sorgen
würde.»

Arthur Wenaweser, Narrenzunft Schaan

Gespräch mit Wagenbauern gesucht

Die Missverständnisse zwischen den Veranstaltern und den Vereinen führten dazu, dass die Narrenzunft Schaan nach den Sommerferien dieses Jahres ein Treffen mit den liechtensteinischen Wagenbauvereinen vereinbarte. «Die Sitzung verlief wirklich gut», schildert Wolfgang Wachter von der Narrenzunft Schaan. «Es stellte sich nämlich heraus, dass es auch Wagenbauer begrüssen, dass es Regelungen gibt», so Wachter weiter. Grundsätzlich sei es einfach notwendig, dass vor allem die Lautstärke an Umzügen unter Kontrolle gebracht werden müsse. Denn eine Obergrenze für Lärm sei nicht eine «Erfindung» der Veranstalter, sondern gesetzlich ausformuliert. Die 2017 in Kraft getretenen Vorschriften seien in Zusammenarbeit mit anderen Fasnachtsveranstaltern aus dem Rheintal festgelegt worden. «Das neue Reglement war unglücklich formuliert», gesteht Wolfgang Wachter. An der Sitzung sei nun eine gute Kompromisslösung gefunden worden, mit der man optimistisch in die Fasnachtssaison 2018/19 starten könne.

«Das neue Reglement war unglücklich formuliert.»

Wolfgang Wachter, Narrenzunft Schaan

Reglement etwas gelockert

In der kommenden Saison darf auf Umzugswagen wieder eine Aussenbeschallung angebracht werden. Die maximale Lautstärke beträgt jedoch weiterhin 93 Dezibel. Wie Wolfgang Wachter erklärt, muss künftig jede Wagenbaugruppe einen «Wagenchef» bestimmen, der für die Einhaltung aller Vorschriften verantwortlich ist. Diese Person ist dann zugleich auch die Ansprechperson für die Veranstalter.
Die restlichen Regeln bleiben weiterhin in Kraft. So muss die Sicherheit um den Umzugswagen nach wie vor durch jeweils drei Personen gewährleistet werden, die neben beiden Wagenseiten herlaufen. Auch herrscht ein striktes Glasverbot: Es darf weder Glas mitgeführt noch an die Besucher abgegeben werden. Des Weiteren ist an Umzügen ausschliesslich Papier-Konfetti erlaubt. Besonderer Wert legt man laut Arthur Wenaweser aber auf das Verhalten der Wagenbauvereine: «Es ist wichtig, dass die Gruppen einen respektvollen Umgang mit den Besuchern an den Tag legen.»

Startschuss der Narrenzunft - Fasnachtseröffnung mit Schlüsselübergabe

  • Termin: Sonntag, 11. November, um 11:11 Uhr
  • Ort: Lindahof, Schaan
  • Programm: Schlüsselübergabe; Darbietung zweier Schaaner Guggen; "Überraschung"
(mw)

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