(Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|10.10.2018

Radio L: Privatisierungspläne stossen auf Skepsis

VADUZ - Das Vorhaben der DPL, den Rundfunk zu privatisieren, stösst bei einigen Landtagskollegen auf wenig Gegenliebe. Die Frage ist auch, ob ein Käufer gefunden werden könnte – der zuständige Minister Daniel Risch bezweifelt dies jedenfalls. 

(Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Das Vorhaben der DPL, den Rundfunk zu privatisieren, stösst bei einigen Landtagskollegen auf wenig Gegenliebe. Die Frage ist auch, ob ein Käufer gefunden werden könnte – der zuständige Minister Daniel Risch bezweifelt dies jedenfalls. 

Einmal mehr wird sich der Landtag im November-Landtag mit dem Rundfunk beschäftigen – zusätzlich zur personellen Situation bei Radio L steht nun aber wohl noch eine grundsätzliche Debatte über die Zukunft des Senders an. Die Abgeordneten der «Neuen Fraktion» beziehungsweise die DPL Herbert Elkuch, Erich Hasler und Thomas Rehak haben am Montag eine Motion eingereicht, welche die Privatisierung von Radio L zum Ziel hat.

Ablehnende Haltungen

Zwar konnten die anderen Fraktionen dieses Vorhaben intern noch nicht eingehend besprechen, doch erste Reaktionen fallen ablehnend aus. «Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob der in der Motion skizzierte Weg – also eine Privatisierung – das Problem der sinkenden Werbeinnahmen zu lösen vermag. Unter Umständen kann das am Ende zum Aus vom Radio führen», fürchtete etwa FBP-Fraktionssprecher Daniel Oehry. Auch VU-Fraktionssprecher Günter Vogt sieht das Risiko, dass der Umfang und die journalistische Qualität unter einer allfälligen Privatisierung leiden könnten: «Ich möchte auch künftig einen Landessender von möglichst hoher journalistischer Qualität, auch wenn es den Staat mehr kostet.»

Radio finanziell zu kurz gehalten

Auch Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch stellt sich ebenfalls hinter ein öffentlich-rechtliches Radio, dessen Vorteile überwiegen würden. Eine Privatisierung, wie von DPL gefordert, lehne er daher ab. Der Landtag habe 2003 mit der Verstaatlichung des privaten Senders genau das Gegenteil beschlossen, erinnerte er. Das Land habe sich damals entschieden, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit Versorgungs- und Programmauftrag zu etablieren. «Radio L bringt aus meiner Sicht heute einen wertvollen Beitrag in der Medienlandschaft und liefert aktuell Informationen und Unterhaltung in guter Qualität», findet Risch. Dass das Radio von Anfang an finanziell eher kurz gehalten wurde, sei ein offenes Geheimnis.

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