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Viele Kinder wissen nicht, welche Auswirkungen eine gesendete Text- oder Bildnachricht haben kann. (Symbolfoto: Shutterstock)
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Liechtenstein|07.10.2018

Smartphones im Primarschulalter können Gefahren mit sich bringen

VADUZ - Inzwischen haben die neuen Medien auch bei Kindern im Primarschulalter Einzug gehalten. Das bringt neue Gefahren mit sich, denn die wenigsten Kinder sind sich über die Auswirkungen der neuen Möglichkeiten bewusst.

Viele Kinder wissen nicht, welche Auswirkungen eine gesendete Text- oder Bildnachricht haben kann. (Symbolfoto: Shutterstock)

VADUZ - Inzwischen haben die neuen Medien auch bei Kindern im Primarschulalter Einzug gehalten. Das bringt neue Gefahren mit sich, denn die wenigsten Kinder sind sich über die Auswirkungen der neuen Möglichkeiten bewusst.

In der vergangenen Woche wagte die FBP einen Vorstoss gegen Cybermobbing und Gewalt an Schulen. Diese Thematik ist besonders an den Primarschulen des Landes sehr präsent, wie aus einem Gespräch mit einem Schulleiter einer Primarschule hervor geht. Seit etwa drei Jahren sei ein steigender Trend von Cybermobbing-Vorfällen spürbar. Spätestens ab der dritten Klasse, seien Schüler mittlerweile im Besitz eines eigenen Smartphones. Und es scheint, als würden die neuen Medien immer mehr missbraucht werden. Dabei muss es sich aber nicht gleich um Mobbing handeln, sondern die neue Kommunikationsmöglichkeit wirkt sich auch auf den Umgang untereinander aus. Aus diesem Grund herrscht auf den Schularealen ein striktes Handyverbot.

Unwissen kann zu Missbrauch führen

Die negativen Auswirkungen von Smartphones und Tablets im Kindesalter, zeigen sich bereits im Kindergarten. Bei vielen Kindern machen sich motorische Probleme bemerkbar. Diese seien vor allem zu erkennen, wenn es um Aktivitäten geht, die sich ausserhalb der Nutzung elektronischer Geräte abspielt. Ein weiteres, grosses Defizit kommt dann im Primarschulalter hinzu und zwar auf der sozialen Ebene. Kinder, die viel Zeit an ihren Mobiltelefonen verbringen, verlernen schnell, mit dem Gegenüber von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren. Zusätzlich sind sich die Meisten nicht bewusst, welche Folgen verschickte Medien mit sich bringen können. Das hängt vor allem mit der abstrakten und nicht mehr greifbaren Art und Weise der Kommunikation zusammen. So kann es schnell zu Cybermobbing kommen. Wie das Beispiel aus einer Primarschule zeigt, kam es bereits schon zu Vorfällen mit pornografischen Inhalten, Morddrohungen und sogar Suizidanspielungen.

Tendenziell lässt sich sagen, dass die meisten Opfer solcher Attacken Kinder sind, welche sich nicht wehren beziehungsweise nicht wehren können. Diese sind für die Täterschaft leicht zu erpressen und unter Druck zu setzen. Bei solchen Fällen setzt sich die Schule dafür ein, dass die betroffenen Kinder von einem Schulpsychologen gestärkt und die Täter strikt zur Rechenschaft gezogen werden.

Prävention durch Aufklärung

Verhindert werden kann Cybermobbing nicht, doch mit gezielten Massnahmen zur Aufklärung zum Gebrauch von modernen Medien, schrumpft die Gefahr auf weitere Vorfälle auf ein Minimum. Hierfür stellen Schulen, ähnlich wie ein Lehrplan, ein Medienkonzept auf. Dieses behandelt die Frage, was Kinder vom Kindergartenalter weg über die Verwendung von Smartphones und Tablets wissen müssen. Zudem werden oftmals Experten in die Klassen eingeladen, welche die Schüler auf das Thema (Cyber-)Mobbing und auch die rechtlichen Folgen aufmerksam machen.

Nicht nur Kinder sollen ausreichend aufgeklärt werden, auch Eltern werden eng in die Thematik miteinbezogen. Hierzu bieten Schulen eine reichhaltige Palette an Informationsveranstaltungen und Plattformen an, die auf die Verantwortung der Eltern und die Gefahren von Medien aufmerksam machen.

Eltern tragen grosse Verantwortung

Letzten Endes liegt es aber bei den Eltern, ihren Kindern den Umgang mit den Medien beizubringen. Aufgrund der vielen Möglichkeiten ist es unerlässlich, dass sie eine gewisse Kontrollfunktion übernehmen. Denn die Schule kann zwar den Gebrauch auf dem Schulareal verbieten, jedoch kann sie nicht den Inhalt der versendeten Bilder und Nachrichten überprüfen.

Hilfestellung für Eltern im Internet auf:
www.medienkompetenz.li
www.klicksafe.de
www.schau-hin.info
at.sheeplive.eu

(mw)

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