Die Preisträger von links: Karl Bitschnau und Sigrid Beyer (Hospiz Österreich), Martina Kern (ALPHA Rheinland), Stiftungspräsidentin Prinzessin Tatjana von Lattorff, Christine Schäfer, Ingrid Marth und Karin Weiler (CS Caritas Socialis) sowie Rebecca Marxer Näscher (HPZ). (Foto: Nils Vollmar)
Vermischtes
Liechtenstein|14.09.2018

Anerkennung und Unterstützung für soziales Engagement

VADUZ - Die Fürst Franz Josef von Liechtenstein Stiftung zeichnete gestern Abend im Rahmen einer Feierstunde in der Hofkellerei drei soziale Einrichtungen aus. Zudem wurde Martina Kern, Leiterin ALPHA Rheinland, für ihr Lebenswerk geehrt.

Die Preisträger von links: Karl Bitschnau und Sigrid Beyer (Hospiz Österreich), Martina Kern (ALPHA Rheinland), Stiftungspräsidentin Prinzessin Tatjana von Lattorff, Christine Schäfer, Ingrid Marth und Karin Weiler (CS Caritas Socialis) sowie Rebecca Marxer Näscher (HPZ). (Foto: Nils Vollmar)

VADUZ - Die Fürst Franz Josef von Liechtenstein Stiftung zeichnete gestern Abend im Rahmen einer Feierstunde in der Hofkellerei drei soziale Einrichtungen aus. Zudem wurde Martina Kern, Leiterin ALPHA Rheinland, für ihr Lebenswerk geehrt.

Die «Fürst Franz Josef von Liechtenstein Stiftung» wurde 1981 von Staat und Gemeinden Liechtensteins als ein bleibendes Zeichen des Dankes an den regierenden Fürsten Franz-Josef II. (1906-1989), anlässlich seines 75. Geburtstags, errichtet. Prinzessin Tatjana von Lattorff, Präsidentin des Stiftungsrates, skizzierte in ihrer Begrüssung den Stiftungszweck. Er besteht in der Förderung von kulturellen und wissenschaftlichen Projekten, die sowohl eine Bedeutung innerhalb des Landes haben als auch einen internationalen Charakter besitzen. „Es hat mich mit Dankbarkeit und Demut erfüllt,“ sagte Prinzessin Tatjana, «dass so viele Menschen, Pfleger, Ärzte und auch Ehrenamtliche mit unendlicher Hingabe und Liebe sich der Aufgabe widmen vielen Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt und deren Angehörigen den Abschied so schön wie möglich zu gestalten.» Prinzessin Tatjana dankte allen, die im Bereich Palliative Care tätig sind.
Umrahmt vom Bläsersextett der Liechtensteinischen Musiksschule und moderiert durch Marcus Vogt war die Feierstunde ein zwar feierlicher, jedoch in mehrfacher Hinsicht berührender Anlass, stand doch das Thema Lebensende und Umgang mit Sterbenden im Mittelpunkt. Die verliehenen Preise galten drei im Bereich der Palliativpflege tätigen Organisationen. Die CS Caritas Socialis erhielt den Fürst Franz Josef von Liechtenstein Preis, der mit 50 000 Schweizer Franken dotiert ist. Mit dem Sonderpreis in der Höhe von 30 000 Franken wurde das Heilpädagogische Zentrum des Fürstentums Liechtenstein (HPZ) ausgezeichnet. An Hospiz Österreich wurde der Sonderpreis in der Höhe von 10 000 Franken verliehen.

Prinzes­sin Tatjana begrüsst die Gäste und Prei­sträger. (Foto: Nils Vollmar)

Dienste an der Gesellschaft

Die CS Caritas Socialis unterstützt und begleitet Menschen am Beginn und am Ende des Lebens. Bekannt ist sie für ihre spezialisierten Angebote für an Demenz oder Multiple Sklerose erkrankte Menschen. Schwerkranke Menschen werden in sechs Einrichtungen des CS Hospiz in Wien in den letzten Lebenstagen und –wochen begleitet. Die CS Caritas Socialis durfte nach 1989 zum zweiten Mal den Fürst Franz Josef von Liechtenstein Preis entgegennehmen.

Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) startete 2009 das Projekt «Senioren plus». Im bestehenden Wohnheim Besch wurden Bedingungen geschaffen, um die inzwischen in die Jahre gekommenen Bewohnerinnen und Bewohner altersgerecht zu betreuen und begleiten. Nachdem Übertritte der Bewohnerinnen und Bewohner vom Erwerbsleben ins Pensionsalter anstanden und zunehmend markante Alterssymptome auftraten, war mit der Begleitung und Betreuung älterer behinderter Menschen eine neue Herausforderung gegeben.

Die Vertreterin des Dachverbandes Hospiz Österreich wies darauf hin, dass der Grossteil der älteren Menschen gerne zuhause sterben möchte. Noch sei man aber weit von der Erfüllung dieses Wunsches entfernt. Hospiz Österreich will mit seinem Projekt «Hospizkultur und Palliative Care in der mobilen Krankenpflege – Mutmacher für ein Sterben zuhause» die Anbieter von mobiler Hauskrankenpflege für die Schulung und Ausbildung in palliativen Kompetenzen unterstützen.

Ebenfalls im Publikum: Alexander Batliner, Susanne Eberle-Strub, Hansjörg Büchel im Gespräch. (Foto: Nils Vollmar)

Auszeichnung für das Lebenswerk

«Humor ist, wenn man trotzdem lacht.» – In ihrem bemerkenswerten Kurzreferat berichtete Martina Kern, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde, über persönliche Erfahrungen mit Humor auch in traurigen bis tragischen Situationen. Humor im richtigen Sinne ermögliche den Pflegenden den Abstand von zu viel Betroffenheit, sei wirksam als Burnout-Prophylaxe und auch für die Patienten befreiend, nicht zuletzt das Lachen über die Pflegenden, Therapeuten und Begleiter. Dadurch drehe sich das Oben und Unten, Bedrohungen würden entschärft, der Patient verlasse dabei die Rolle des Schwachen, des Duldenden und Leidenden. Dazu ein Müsterchen: Ein Patient habe sie eines Tages gefragt: «Was ist der Unterschied zwischen einem Tumor und einer Krankenschwester?» – ?? – „«Ein Tumor kann auch gutartig sein!»

(hs)

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