(Fotos: SSI/MZ)
Kleine Anfrage
Liechtenstein|12.09.2018 (Aktualisiert am 13.09.18 16:37)

Und da war das Grundstück plötzlich doch ein Wald ...

VADUZ - In einer Kleinen Anfrage hat sich die Abgeordnete Susanne Eberle-Strub (FBP) dem Waldgesetz angenommen. Nach 12 Jahren kann in Liechtenstein ein Grundstück mit Waldbäumen oder -sträuchern zu einem Wald werden. Das Waldfeststellungsverfahren und die Informationspolitik der Ämter stösst bei den Grundeigentümern auf grosses Unverständnis - und ist kein Einzelfall.

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VADUZ - In einer Kleinen Anfrage hat sich die Abgeordnete Susanne Eberle-Strub (FBP) dem Waldgesetz angenommen. Nach 12 Jahren kann in Liechtenstein ein Grundstück mit Waldbäumen oder -sträuchern zu einem Wald werden. Das Waldfeststellungsverfahren und die Informationspolitik der Ämter stösst bei den Grundeigentümern auf grosses Unverständnis - und ist kein Einzelfall.

Die FBP-Abgeordnete Susanne Eberle-Strub.

1995 wurden nach einem schweren Unwetter vom Amt für Umwelt als Sicherungsmassnahme auf einer privaten Wiese Büsche angepflanzt. Die Grundeigentümer wandten sich im Januar 2017 an die Regierung, weil sie befürchteten, dass die aufgeforstete Fläche irgendwann als Wald einzoniert werden könnte. Die ABI-Antwort: Das Grundstück liegt (...) nicht im Waldgebiet. Die Grundeigentümer wollten dieses Jahr jedoch die Büsche entfernen und Obstbäume anpflanzen. Sie informierten den Gemeindeförster, der ihnen mitteilte, dass dies nicht möglich sei, da der aufgeforstete Teil Wald sei. Denn zwischenzeitlich wurde das Grundstück im Rahmen des «Waldfeststellungsverfahrens» rechtlich als Wald zugeordnet. Das ist laut Gesetz nach 12 Jahren möglich.

Regierungsrätin Dominique Gantenbein.

Dieses Verfahren und die Informationspolitik sorgte bei den Eigentümern für viel Unmut. Diesen gab Susanne Eberle-Strub (FBP) in einer Kleinen Anfrage an Regierungsrätin Dominique Gantenbein weiter. Diese verteidigte das Vorgehen der Ämter. «Es musste davon ausgegangen werden, dass die Bestockung dauernd bestehen bleibt und der Hangstabilisierung dient. Es bestand kein Anlass, spezifisch auf die Walddefinition mit dem dynamischen Waldbegriff hinzuweisen», antwortete sie auf die Frage, warum die Eigentümer nicht vorab darüber informiert wurden. Und warum schreibt das ABI, dass das Grundstück nicht im Waldgebiet liegt? «Die Qualifikation als Wald führt nicht automatisch zu einer zonenplanrechtlichen Zuordnung in die Waldzone», so Gantenbein. Dies obliege den Gemeinden. Das Schreiben sei deshalb korrekt gewesen, da hier es nur um die Zonen-Zuordnung von Grundstücken gegangen sei.

Besagte Grundeigentümer haben die Möglichkeit, gegen die Verfügung Beschwerde bei der Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten zu erheben. Ob das Erfolg hat, ist zu bezweifeln. Sie stehen wenigsten nicht alleine da: Aktuell sind in Zusammenhang mit dieser Thematik drei weitere Beschwerden hängig, so Gantenbein. (hm)

(hm)

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