Kindergärtnerinnen werden trotz gleichem Ausbildungsniveau schlechter bezahlt als Primarlehrer. (Symbolfoto: SSI)
Kleine Anfrage
Liechtenstein|12.09.2018 (Aktualisiert am 12.09.18 12:20)

Kindergärtnerinnen dürfen auf mehr Lohn hoffen

VADUZ - Lehrpersonen mit identischer Ausbildung werden im Kindergarten schlechter bezahlt als in der Primarschule. Die Regierung wird eine Aufhebung dieser Lohnungleichheit prüfen.

Kindergärtnerinnen werden trotz gleichem Ausbildungsniveau schlechter bezahlt als Primarlehrer. (Symbolfoto: SSI)

VADUZ - Lehrpersonen mit identischer Ausbildung werden im Kindergarten schlechter bezahlt als in der Primarschule. Die Regierung wird eine Aufhebung dieser Lohnungleichheit prüfen.

In einer Kleinen Anfrage erkundig­te sich der Abgeordnete Daniel Oehry (FBP) nach den Bruttolohnunterschieden zwischen Primarlehrern und Kindergartenlehrpersonen – dies auch mit Blick auf den Nachbarn. In der Schweiz gilt die schlechtere Bezahlung als ein Grund der geringen Attraktivität des Kindergärtnerinnenberufs. Es könnte dort gar zu Stellenengpässen kommen. Doch wie ist die Situation in Liechtenstein so? Hier unterteilt der neue Lehrplan die Schulstufen in drei Zyklen. Im ersten Zyklus werden Kindergarten sowie die erste und zweite Klasse zugewiesen. Lehrpersonen, welche hier unterrichten wollen, müssen sich in sechs Semestern zur Kindergarten- und Primarschullehrperson ausbilden lassen. Die Ausbildung ist also auf demselben Niveau. Dies schon seit vielen Jahren, wie Regierungsrätin Dominique Gantenbein antwortet.

Über 500 Franken Unterschied

Und wie steht es bei uns um die Löhne? «Wird eine für die Primarschule qualifizierte Lehrperson angestellt, so erhält sie im ersten Dienstjahr einen Bruttomonatslohn von 6488 Franken in der Lohnklasse 11», antwortet die Bildungsministerin. «Eine für den Kindergarten qualifizierte Lehrperson erhält demgegenüber einen Bruttomonatslohn von 5947 Franken in der Lohnklasse 10.» Zu berücksichtigen sei zudem, dass gemäss Lehrerdienstgesetz die Pflichtlektionenzahl an der Primarschule 29 und am Kindergarten 30 beträgt. Also gleich doppelt unfair. Die Einstufung basiert auf einer Arbeitsplatzbewertung, welche bei der seinerzeitigen Integration in das für das Staatspersonal massgebliche Besoldungssystem vorgenommen wurde, so Gantenbein. Diese beinhalte eben nicht nur die Ausbildungsanforderung. «Aus Sicht des Bildungsministeriums ist die lohnmässige Unterscheidung aber zu prüfen und gegebenenfalls im Zuge der Umsetzungsphase des neuen Lehrplanes aufzuheben», lässt Gantenbein nüchtern hoffen.

(hm)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|08.09.2018
Lohn der Ärztekammepräsidentin auch für Sozialwerke relevant
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.