Wahrscheinlich der schönste Arbeitsplatz auf der Welt. (Foto: Shutterstock)
Karriere
International|12.09.2018 (Aktualisiert am 13.09.18 11:09)

Traumjob auf den Malediven: Inselbuchhändler gesucht

Bewerber sollten «eine Leidenschaft für Bücher haben» und die «Fähigkeit, Gäste jeden Alters anzusprechen».

Wahrscheinlich der schönste Arbeitsplatz auf der Welt. (Foto: Shutterstock)

Bewerber sollten «eine Leidenschaft für Bücher haben» und die «Fähigkeit, Gäste jeden Alters anzusprechen».

Nach dem Katzensitter auf einer griechischen Insel ist der nächste Traumjob ausgeschrieben: Buchhändler auf den Malediven. Philip Blackwell, Nachkomme einer Buchhändlerfamilie aus Grossbritannien, sucht einen Kandidaten für den vielleicht weit entferntesten Buchladen der Welt. Er liegt im luxuriösen Öko-Resort Soneva Fushi auf den Malediven. «Die Bezahlung ist lächerlich, aber die Nebenleistungen beispiellos», sagte Blackwell dem «Guardian». «Die Funktion wird sich weiterentwickeln und es liegt an Ihnen, diese einmalige Chance optimal zu nutzen. Es ist ein Traumjob für viele Menschen. Wäre ich wieder 25, würde ich es tun.»
Von Bewerbern wird erwartet, dass sie mindestens drei Monate lang bleiben. Während dieser Zeit müssen sie «einen unterhaltsamen und lebhaften Blog schreiben, der das erschöpfende Leben eines einsamen Inselbuchhändlers einfängt». Kandidaten sollten «eine Leidenschaft für Bücher haben» und «die Fähigkeit, Gäste jeden Alters anzusprechen». Ausserdem sollten sie in der Lage sein, Kinder mit Geschichten zu unterhalten und kreative Schreibkurse für Erwachsene anzubieten.

«Kreativ und inspirierend»
«Wir wollen jemanden vor Ort, der kreativ und inspirierend ist und vielleicht mehr Menschen dazu bringt, das Vergnügen am Lesen zu teilen, was die Leute gerne im Urlaub machen», so Blackwell. Wer genommen wird, wohnt in der Nähe des exklusiven Resorts, dessen Location als «zwischen dichtem Laub an Stränden mit Sand so weich wie Schnee» beschrieben wird. Es befindet sich im Biosphärenreservat Baa Atoll. Die Villen des Luxushotels kos-ten pro Nacht zwischen 2000 US-Dollar für ein Einzelzimmer und knapp 26 000 US-Dollar für das Privatresort mit neun Schlafzimmern, das «als verspieltes, verlassenes Inselhaus» beworben wird – mit eigenem Swimmingpool, Spa, Sauna und Dampfbad.

Bücher für die Superreichen
«Es ist eine Nische in der Nische, die den Superreichen hochwertige Bücher verkauft, aber der diskrete Charme eines guten Buches wird immer mehr geschätzt. Das ist ein Trend, den Luxus-Kreuzfahrtschiffe und High-End-Hotels zu erschliessen beginnen. Jeder kann alles auf einem Kindle lesen, aber nur wenige können sich eine Wand voller Erstausgaben leisten», sagte Neill Denny, Mitherausgeberin der Fachzeitschrift BookBrunch.
Die Buchhandlung, in der Bewerber arbeiten werden, hat eine Mischung aus unterschiedlichsten Werken auf Lager – von Farbbänden über die bunte Unterwasserwelt der Malediven bis hin zu Titeln, die die Interessen der wohlhabenden Touristen widerspiegeln. Kandidaten sollten daher «sehr gebildet» sein, «aber auch selbst ein bisschen besser denken», sagte Blackwell.

Kleiner Haken
Der Buchladen ist ein neues Experiment für Blackwell, der 2006 die britische Buchhandelskette, die seinen Namen trägt, aufgegeben hat. Die Familie hatte das Geschäft verkauft. Da es ihm schwer fiel, in seinen Ferien eine passende Lektüre zu finden, kam er auf die Idee, Bibliothekskollektionen für Resorthotels zu erstellen. Er hat jetzt mehr als 250 Projekte weltweit, darunter mehr als 30 Luxushotels und -resorts sowie ein Kreuzfahrtschiff, ein kenianisches Wildreservat und einen Londoner Club für Privatmitglieder.
Für jede gelieferte Hotelbibliothek spendet das Unternehmen auch eine Lese- und Referenzbibliothek an eine lokale Institution, von der die Anwohner profitieren können. Aber Bewerber müssen sich auch bewusst sein, dass nicht alles im Paradies gut ist. Journalisten und Oppositionelle leben in einem Klima der Unterdrückung unter dem autoritären Präsidenten Abdulla Yameen. Im vergangenen Jahr wurde ein Blogger, der das politische und religiöse Establishment verspottet hatte, in der Hauptstadt Malé erstochen.

(pb)

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